Berlin-Wahl, Mecklenburg-Vorpommern

Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wählen mit Blick auf Merz-Krise

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 08:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wählen neue Landesparlamente – mit möglicher Wirkung bis in die Bundespolitik. Besonders im Blick stehen die Mehrheitsverhältnisse in der Hauptstadt und der Machtkampf zwischen SPD und AfD im Nordosten.

Jetzt wird gewählt: Die Abstimmungen in Berlin und im Nordosten sind auch wichtig für den Bund. (Archivbild)  - Bild: Jens Büttner/dpa
Jetzt wird gewählt: Die Abstimmungen in Berlin und im Nordosten sind auch wichtig für den Bund. (Archivbild) - Bild: Jens Büttner/dpa

In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern haben am Sonntag die Wahllokale für die Landesparlamente geöffnet.

Berlin

In der Hauptstadt geht es um die künftigen Mehrheiten im Abgeordnetenhaus und um die Frage, ob die CDU erneut stärkste Kraft wird oder erstmals die Linke.

Die Umfragen deuten auf schwierige Koalitionsbildungen hin. Neben CDU und SPD beziehungsweise Linke und SPD kämen demnach vor allem Dreierbündnisse infrage.

Mecklenburg-Vorpommern

Im Nordosten liegt der Schwerpunkt auf dem Duell zwischen SPD und AfD. Dort hatte die AfD in den Umfragen lange vorne gelegen, zuletzt aber an Zustimmung verloren.

Für Ministerpräsidentin Manuela Schwesig geht es darum, ihre rot-rote Regierung fortsetzen zu können. Die AfD hat trotz möglicher Stärke keine realistische Machtoption, weil die übrigen Parteien eine Zusammenarbeit ausgeschlossen haben.

Auswirkungen über den Wahlabend hinaus

Beide Abstimmungen gelten auch als wichtig für die schwarz-rote Bundesregierung. Die Ergebnisse dürften zeigen, wie stabil die beiden Regierungsparteien im Osten und in der Hauptstadt noch sind.

In Berlin sind 2,5 Millionen Menschen wahlberechtigt, in Mecklenburg-Vorpommern rund 1,3 Millionen. Erste Zwischenergebnisse werden am Abend erwartet, das vorläufige Ergebnis später in der Nacht.

Politische Signalwirkung

Die Abstimmungen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sind weit mehr als zwei getrennte Landtagswahlen. Beide Ergebnisse können als Stimmungsbarometer für die schwarz-rote Bundesregierung wirken, weil sie die Lage der Regierungsparteien in unterschiedlichen regionalen Milieus sichtbar machen: in der Hauptstadt mit ihrer fragmentierten Parteienlandschaft, im Nordosten mit dem starken Druck durch die AfD.

In Berlin geht es vor allem um die Frage, ob die bisherige Koalition aus CDU und SPD eine Mehrheit verteidigen kann oder ob Dreierbündnisse nötig werden. Das verschärft die Bedeutung jeder Verschiebung im Wahlverhalten, weil schon kleine Zugewinne oder Verluste darüber entscheiden können, wer im Abgeordnetenhaus den Takt vorgibt. Für die Bundespolitik ist das relevant, weil eine weitere Schwächung der Regierungsparteien den innerkoalitionären Druck auf Kanzler Friedrich Merz erhöhen würde.

Folgen für Parteien und Mehrheiten

In Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich zugleich, wie stabil die SPD Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gegen die AfD behaupten kann. Selbst wenn die AfD erneut stark abschneidet, ist sie nach der aktuellen Lage von einer Regierungsbildung ausgeschlossen; damit verschiebt sich der eigentliche Machtkampf auf die Frage, ob Schwesigs Lager eine arbeitsfähige Mehrheit behält.

Für beide Länder gilt: Die Wahlentscheidung hat unmittelbare Folgen vor Ort, wirkt aber auch über den Tag hinaus. Ein starkes Ergebnis für die AfD würde den Druck auf die anderen Parteien erhöhen, während ein gutes Abschneiden von CDU oder SPD die Lage der jeweiligen Bundesparteien kurzfristig stabilisieren könnte. Gerade deshalb werden diese Abstimmungen in Berlin und Schwerin nicht nur als Regionalwahlen gelesen, sondern als politisches Signal für den Bund.

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