Berliner Abgeordnetenhaus, Hendrikje Klein

Berliner Abgeordnetenhaus startet mit 153 Abgeordneten

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 10:04 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Die Linke nominiert Hendrikje Klein fĂŒr das PrĂ€sidentenamt, wĂ€hrend mehrere Fraktionen einen AfD-Kandidaten als VizeprĂ€sidenten ablehnen. Dadurch könnte ein Posten im PrĂ€sidium zunĂ€chst unbesetzt bleiben.

Das Parlament startet mit 153 Sitzen

  • Kurt Wansner eröffnete am Donnerstag als AltersprĂ€sident die konstituierende Sitzung.
  • Die neue Wahlperiode umfasst 153 Mitglieder, sechs weniger als zuvor.
  • Auf die Fraktionen entfallen 45 Linke-, 33 CDU-, 29 AfD-, 25 GrĂŒnen- und 21 SPD-Sitze.
Berliner Abgeordnetenhaus am 29.10.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Berliner Abgeordnetenhaus beginnt neue Wahlperiode

Knapp sechs Wochen nach der Wahl ist das Berliner Abgeordnetenhaus am Donnerstag erstmals in neuer Zusammensetzung zusammengekommen. AltersprÀsident Kurt Wansner (CDU) eröffnete die konstituierende Sitzung.

Linke nominiert Hendrikje Klein

Wichtigster Tagesordnungspunkt ist die Wahl eines ParlamentsprÀsidenten. Die Linke hat als stÀrkste Fraktion das Vorschlagsrecht und nominierte ihre langjÀhrige Abgeordnete Hendrikje Klein.

Klein wÀre die erste Linken-Politikerin an der Spitze des Berliner Abgeordnetenhauses. Nach Hanna-Renate Laurien (CDU, 1991 bis 1995) und Cornelia Seibeld (CDU, 2023 bis 2026) wÀre sie die dritte Frau in diesem Amt und die erste Frau aus dem Osten.

Die Abgeordnete sitzt seit 2016 fĂŒr die Linke im Parlament und war unter anderem Mitglied des Untersuchungsausschusses zur FördergeldaffĂ€re. Bei ihrer Vorstellung vor den Fraktionen kĂŒndigte sie an, viel Raum fĂŒr Debatten zu lassen, zugleich aber auf den Ton im Parlament zu achten.

AfD-Kandidat fĂŒr VizeprĂ€sidentenamt umstritten

FĂŒr Donnerstag sind außerdem die Wahlen von zwei VizeprĂ€sidenten vorgesehen. Die CDU nominierte die bisherige ParlamentsprĂ€sidentin Cornelia Seibeld, die AfD schlug den Abgeordneten Martin Trefzer vor.

Linke, CDU, GrĂŒne und SPD wollen Trefzer jedoch nicht wĂ€hlen. Das Amt könnte deshalb bis auf Weiteres vakant bleiben.

153 Abgeordnete in neuer Legislaturperiode

Das Abgeordnetenhaus hat in der neuen Legislaturperiode 153 Mitglieder und damit sechs weniger als zuvor. Die Linke verfĂŒgt ĂŒber 45 Sitze, ihrer Fraktion gehören zunĂ€chst aber nur 44 Abgeordnete an, weil eine gewĂ€hlte Linken-Politikerin wegen einer Erkrankung nicht an der konstituierenden Fraktionssitzung teilnehmen konnte.

Die CDU stellt 33 Abgeordnete, die AfD 29, die GrĂŒnen 25 und die SPD 21. Knapp die HĂ€lfte der Parlamentarier zog neu ins Abgeordnetenhaus ein; der Frauenanteil liegt bei rund 38 Prozent.

Die konstituierende Sitzung markiert den formalen Beginn der neuen Wahlperiode. Mit 153 Sitzen ist das Parlament kleiner als zuvor; zugleich bringt knapp die HĂ€lfte der Abgeordneten noch keine Erfahrung aus einer frĂŒheren Legislaturperiode mit. Die Sitzverteilung macht die Linke zur stĂ€rksten Fraktion, ohne ihr eine eigene Mehrheit zu geben.

Mehrheiten prÀgen die Personalentscheidungen

Die Wahl des PrĂ€sidiums ist deshalb nicht nur eine organisatorische Frage. FĂŒr die PrĂ€sidentenwahl kann die Linke auf UnterstĂŒtzung aus anderen Fraktionen angewiesen sein. Noch konflikttrĂ€chtiger ist die Nominierung des AfD-Abgeordneten Martin Trefzer fĂŒr einen VizeprĂ€sidentenposten: Mehrere Fraktionen haben angekĂŒndigt, ihn nicht zu wĂ€hlen. Der Posten könnte dadurch zunĂ€chst unbesetzt bleiben.

FĂŒr die parlamentarische Arbeit bedeutet das einen Auftakt mit klaren politischen Spannungen. Das PrĂ€sidium soll Sitzungen leiten, die parlamentarischen Rechte sichern und den Umgangston im Haus prĂ€gen. Hendrikje Kleins angekĂŒndigter Fokus auf Debatten und eine Öffnung des Parlaments fĂŒr Schulklassen und ErstwĂ€hler verbindet diese institutionelle Aufgabe mit dem Anspruch, die neue Wahlperiode stĂ€rker nach außen sichtbar zu machen.

Neue Zusammensetzung verÀndert das Haus

Die Sitzverteilung schafft zugleich ein fragmentiertes Parlament: Neben der Linken verfĂŒgen CDU, AfD, GrĂŒne und SPD ĂŒber unterschiedlich große Fraktionen. Der Frauenanteil von rund 38 Prozent zeigt eine weiterhin ungleiche ReprĂ€sentation. Die erste Sitzung legt damit personelle und organisatorische Grundlagen, bevor die inhaltliche Gesetzgebungsarbeit der neuen Wahlperiode beginnt.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Abgeordnetenhaus entschiedet ĂŒber wichtige Personalien“ (29.10.2026)

Der Beitrag bestÀtigt die konstituierende Sitzung und stellt die anstehenden Personalentscheidungen heraus. Sein Schwerpunkt liegt auf der Wahl des PrÀsidiums und der Nominierung Hendrikje Kleins.

rbb24: „Berlin Neues Abgeordnetenhaus kommt erstmals zusammen“ (29.10.2026)

Der Bericht ordnet den Beginn der neuen Wahlperiode ein und nennt ebenfalls Kleins Kandidatur. Im Mittelpunkt stehen die erste Sitzung und die bevorstehenden Wahlen; offen bleibt insbesondere der Ausgang der Abstimmung ĂŒber die VizeprĂ€sidenten.

Beide BeitrÀge bestÀtigen den organisatorischen Neubeginn und die zentrale Rolle der PrÀsidiumswahlen. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung von Personalfragen und parlamentarischem Auftakt.

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