Berliner Abgeordnetenhaus wÀhlt Klein mit 149 Stimmen zur PrÀsidentin
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 11:28 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSMehrheit, Fraktionen und PrÀsidium
- Klein erhielt in der konstituierenden Sitzung 149 Stimmen, 98 Abgeordnete stimmten gegen sie, neun enthielten sich.
- Sie sitzt seit 2016 fĂŒr die Linke im Berliner Abgeordnetenhaus und arbeitete unter anderem im Untersuchungsausschuss zur FördergeldaffĂ€re.
- FĂŒr die VizeprĂ€sidentenposten sind Cornelia Seibeld von der CDU und Martin Trefzer von der AfD nominiert.
Hendrikje Klein ĂŒbernimmt Leitung des Berliner Parlaments
Hendrikje Klein ist zur neuen PrÀsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses gewÀhlt worden. Die Linken-Politikerin erhielt in der konstituierenden Sitzung am Donnerstag 149 Stimmen, 98 Abgeordnete votierten gegen sie, neun enthielten sich.
Erste PrÀsidentin der Linken
Klein ist die erste Linken-Politikerin an der Spitze des Berliner Abgeordnetenhauses und nach Hanna-Renate Laurien und Cornelia Seibeld die dritte Frau in diesem Amt. Zugleich ist sie die erste PrÀsidentin aus dem Osten Deutschlands.
Die Abgeordnete sitzt seit 2016 fĂŒr die Linke im Landesparlament. Sie war unter anderem Mitglied im Untersuchungsausschuss zur FördergeldaffĂ€re. Am Dienstag hatte sie sich den Fraktionen vorgestellt.
Klein will Debatten ermöglichen
Im Vorfeld kĂŒndigte Klein an, Debatten viel Raum geben zu wollen. Zugleich mĂŒsse der Ton stimmen. Das Parlament will sie unter anderem fĂŒr Schulklassen und ErstwĂ€hler öffnen.
AfD-Kandidat fĂŒr Vizeposten umstritten
In der konstituierenden Sitzung sollen auĂerdem zwei VizeprĂ€sidenten gewĂ€hlt werden. Die CDU schlug die bisherige ParlamentsprĂ€sidentin Cornelia Seibeld vor, die AfD nominierte den Politiker Martin Trefzer.
Linke, CDU, GrĂŒne und SPD wollen allerdings keinen AfD-Politiker zum VizeprĂ€sidenten wĂ€hlen. Deshalb könnte der Posten bis auf Weiteres vakant bleiben.
153 Sitze in neuer Legislaturperiode
Das Abgeordnetenhaus hat in der neuen Legislaturperiode 153 Mitglieder und damit sechs weniger als zuvor. Auf die Linke entfallen 45 Sitze, ihrer Fraktion gehören zunÀchst jedoch nur 44 Abgeordnete an, weil eine gewÀhlte Linken-Politikerin wegen einer Erkrankung nicht an der konstituierenden Sitzung der Fraktion teilnehmen konnte.
Die CDU stellt 33 Abgeordnete, die AfD 29, die GrĂŒnen 25 und die SPD 21. Knapp die HĂ€lfte der Abgeordneten zog neu ins Parlament ein. Der Frauenanteil liegt bei rund 38 Prozent.
Mit der Wahl von Hendrikje Klein ĂŒbernimmt erstmals eine Politikerin der Linken das PrĂ€sidium des Berliner Abgeordnetenhauses. Das Amt ist nicht auf die Leitung von Plenarsitzungen beschrĂ€nkt: Die PrĂ€sidentin fĂŒhrt den Vorsitz im PrĂ€sidium und im Ăltestenrat, ĂŒbt das Hausrecht aus und vertritt das Parlament nach auĂen.
Die Abstimmung fiel mit 149 Ja-Stimmen, 98 Gegenstimmen und neun Enthaltungen deutlich aus. Klein verfĂŒgt damit ĂŒber ein klares Mandat fĂŒr die parlamentarische Leitung, muss zugleich aber unterschiedliche Fraktionen in einer neu zusammengesetzten Legislaturperiode zusammenfĂŒhren. Knapp die HĂ€lfte der Abgeordneten ist neu im Parlament.
PrÀsidium vor politischer BewÀhrungsprobe
Unmittelbar nach ihrer Wahl steht die Besetzung der VizeprĂ€sidentenposten im Mittelpunkt. Die CDU nominierte Cornelia Seibeld, wĂ€hrend die AfD Martin Trefzer vorschlug. Da Linke, CDU, GrĂŒne und SPD keinen AfD-Abgeordneten in diesem Amt wĂ€hlen wollen, könnte mindestens eine Position zunĂ€chst unbesetzt bleiben.
Diese Konstellation berĂŒhrt die ArbeitsfĂ€higkeit und politische Kultur des Parlaments. Klein hatte angekĂŒndigt, Debatten Raum zu geben, zugleich aber auf einen angemessenen Ton zu achten. Ihre PlĂ€ne, das Abgeordnetenhaus stĂ€rker fĂŒr Schulklassen und ErstwĂ€hler zu öffnen, zielen auf mehr parlamentarische Ăffentlichkeit.
Neue KrÀfteverhÀltnisse in Berlin
Das Parlament umfasst 153 Sitze. Die Linke ist mit 45 gewonnenen Mandaten stĂ€rkste Kraft, zunĂ€chst gehören ihrer Fraktion wegen der Erkrankung einer Abgeordneten jedoch 44 Mitglieder an. CDU, AfD, GrĂŒne und SPD verfĂŒgen ĂŒber 33, 29, 25 beziehungsweise 21 Sitze. Die Wahl markiert damit den Auftakt einer Legislaturperiode, in der das PrĂ€sidium zwischen klaren Mehrheiten bei einzelnen Personalfragen und strittigen Fragen der Zusammenarbeit vermitteln muss.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: âAbgeordnetenhaus entschiedet ĂŒber wichtige Personalienâ (29.10.2026)
Der Beitrag ordnet die Wahl Kleins als erste PrÀsidentschaft einer Linken-Politikerin ein und beschreibt ihre Aufgaben im Parlament. Einen besonderen Schwerpunkt legt er auf den drohenden Konflikt um den AfD-Kandidaten Martin Trefzer und die mögliche Vakanz des VizeprÀsidentenpostens.
n-tv: âNeues Berliner Abgeordnetenhaus tagt erstmalsâ (29.10.2026)
Der Artikel stellt die konstituierende Sitzung und das Vorschlagsrecht der stĂ€rksten Fraktion in den Mittelpunkt. Er bestĂ€tigt die erwartete Wahl Kleins und hebt ebenfalls hervor, dass die anderen Fraktionen den AfD-Kandidaten fĂŒr das VizeprĂ€sidentenamt nicht unterstĂŒtzen wollen.
Beide BeitrĂ€ge stimmen beim Wechsel an der Parlamentsspitze und beim Konflikt um die weitere PrĂ€sidiumswahl ĂŒberein. Unterschiedliche Akzente liegen vor allem bei der institutionellen Einordnung und beim Ablauf der konstituierenden Sitzung; offen bleibt die endgĂŒltige Besetzung des AfD-nominierten Postens.
