GeneralstaatsanwÀltin warnt vor politischem Missbrauch der Justiz
09.06.2026 - 15:01:10 | dts-nachrichtenagentur.deDas externe Weisungsrecht - also die Möglichkeit, dass die zustĂ€ndigen Justizminister den StaatsanwĂ€lten in ihrem Bundesland auch im Einzelfall Weisungen erteilen können - sei ein sensibles Instrument mit erheblichem Einfluss auf die rechtsstaatliche Ordnung, sagte Koppers. Der Rechtsstaat sei in Gefahr, wenn seine Regeln politisch missbraucht wĂŒrden. Dass dies kein unrealistisches Szenario sei, zeige "ein Blick in die europĂ€ischen Staaten, die sich phasenweise in autoritĂ€r-populistischer FĂŒhrung befanden und bei denen in der Folge rechtsstaatliche Strukturen ausgehöhlt wurden".
Vor diesem Hintergrund sei das Weisungsrecht in Deutschland kritisch zu betrachten, warnte Koppers. Es gebe derzeit keine gesetzlich geregelten Schranken; das Weisungsrecht sei ein Einfallstor fĂŒr politische Einflussnahme. Um einer Instrumentalisierung der Strafverfolgungsbehörden vorzubeugen, sollte das Weisungsrecht nach Koppers` Ăberzeugung entweder ganz abgeschafft werden, oder es wĂ€ren zumindest klare gesetzliche Regeln fĂŒr die AusĂŒbung nötig. ZusĂ€tzlich fordert Berlins oberste Ermittlerin eine gerichtliche Kontrollmöglichkeit, wenn sich StaatsanwĂ€lte gegen rechtswidrige Weisungen wehren wollen.
In der vergangenen Woche hatte Koppers gemeinsam mit dem Generalbundesanwalt und allen anderen deutschen GeneralstaatsanwÀlten einen Appell veröffentlicht, in dem zum Schutz der UnabhÀngigkeit der Justiz aufgerufen und eine gesetzliche EinschrÀnkung des externen Weisungsrechts gefordert wird.
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