Boris Rhein lehnt Steuererhöhungen auf Alkohol und Tabak ab
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 19:36 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer hessische MinisterprÀsident Boris Rhein (CDU) lehnt die von der Bundesregierung geplanten Steuererhöhungen auf Alkohol, Schaumwein, Tabak und zuckerhaltige GetrÀnke ab. Vor den GesprÀchen der CDU-MinisterprÀsidenten mit dem Bundeskanzler warnte er, höhere Preise in einer Zeit steigender Lebenshaltungskosten könnten das Vertrauen in die Politik weiter belasten.
Rhein warnt vor zusÀtzlichen Belastungen
âWer in so einer Zeit die Preise erhöht, wird dafĂŒr einen hohen Preis zahlenâ, sagte Rhein den Fernsehsendern RTL und ntv. Steigende Lebenshaltungskosten gehörten zu den gröĂten Alltagssorgen der BĂŒrger.
Rhein hatte bereits in den vergangenen Tagen Steuererhöhungen fĂŒr BĂŒrger abgelehnt. âImmer mehr Geld vom BĂŒrger fĂŒhrt zu immer weniger Vertrauen in die Politik. Das ist der falsche Wegâ, sagte der CDU-Politiker. Die LebensrealitĂ€t und die Alltagsfragen der ânormalen Menschenâ mĂŒssten wieder stĂ€rker im Mittelpunkt demokratischer Politik stehen.
CDU-MinisterprÀsidenten beraten mit dem Kanzler
Die MinisterprÀsidenten der CDU kommen am Donnerstag in verschiedenen GesprÀchsrunden mit dem Bundeskanzler zusammen. Dabei soll auch die Lage der Union nach den Landtagswahlen zur Sprache kommen.
Bundesrat berĂ€t ĂŒber Teile des Vorhabens
Am Freitag befasst sich der Bundesrat erstmals mit der geplanten Erhöhung der Tabaksteuer sowie mit Ănderungen bei der Steuer auf Alkohol und Schaumwein. Die Beratung ist damit ein erster formaler Schritt im Verfahren.
Die Auseinandersetzung ĂŒber höhere Verbrauchsteuern fĂ€llt in eine Phase, in der die Bundesregierung zugleich MaĂnahmen zur Entlastung bei den Energiekosten vorbereitet. Damit stehen zwei unterschiedliche politische Signale nebeneinander: Einerseits sollen bestimmte Preise ĂŒber Steuersenkungen gedĂ€mpft werden, andererseits könnten Abgaben auf Alkohol, Tabak, Schaumwein und zuckerhaltige GetrĂ€nke steigen.
Verbrauchsteuern wirken unmittelbar auf den Endpreis, weil Unternehmen die Abgabe hĂ€ufig ganz oder teilweise an Kunden weitergeben. Betroffen wĂ€ren damit nicht nur die jeweiligen Konsumenten, sondern auch Gastronomie, Handel und Hersteller. Bei Tabak und Alkohol werden SteuerĂ€nderungen zudem regelmĂ€Ăig mit Gesundheits- und PrĂ€ventionszielen begrĂŒndet; bei zuckerhaltigen GetrĂ€nken steht eine mögliche Lenkungswirkung im Mittelpunkt.
Politischer Konflikt vor der Bundesratsberatung
Rheins Kritik richtet sich vor allem gegen die Belastung von BĂŒrgern in einer Zeit hoher Lebenshaltungskosten. Seine ĂuĂerungen erhöhen den politischen Druck auf die Bundesregierung und machen die geplante Bundesratsberatung zu einem wichtigen Abstimmungspunkt fĂŒr die LĂ€nder. Im Bundesrat kann die Debatte auĂerdem sichtbar machen, wie geschlossen die unionsgefĂŒhrten LĂ€nder gegenĂŒber dem Vorhaben auftreten.
FĂŒr Verbraucher entscheidet sich kurzfristig vor allem, ob und wann die geplanten Ănderungen in Kraft treten. FĂŒr die Politik geht es zugleich um die BegrĂŒndung der MaĂnahmen: Einnahmen fĂŒr den Staat, gesundheitspolitische Ziele und soziale Belastungen mĂŒssen gegeneinander abgewogen werden.
