Krankenhausreform: Forderungen nach finanziellen Zusagen
11.07.2023 - 04:28:48 | dpa.de
Gewerkschaften und VerbĂ€nde haben nach der Einigung von Bund und LĂ€ndern auf Eckpunkte der Krankenhausreform Zusagen unter anderem zu Finanzspritzen fĂŒr Kliniken gefordert.
Eine solche Transformation könne ohne erhebliche Investitionen nicht gelingen, sagte die Vorsitzende der Ărztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, der «Rheinischen Post». «Wer glaubt, man könne die vorhandene Mittel einfach umverteilen und an wenigen Stellen ZuschlĂ€ge gewĂ€hren und dann wĂŒrde es schon passen, ist gelinde gesagt naiv.» Selbst die Abwicklung eines Krankenhausstandortes setze eine Finanzierung voraus.
Lauterbach: «Kann da keine Hoffnungen machen»
Die PlĂ€ne, auf die sich Bund und LĂ€nder gestern Abend geeinigt hatten, sehen im Kern vor, das VergĂŒtungssystem mit Pauschalen fĂŒr BehandlungsfĂ€lle zu Ă€ndern, um KrankenhĂ€user von finanziellem Druck zu immer mehr FĂ€llen zu lösen. Daher sollen sie einen groĂen Anteil der VergĂŒtung allein schon fĂŒr das Vorhalten von Leistungsangeboten bekommen.
Grundlage der Finanzierung durch die Krankenkassen sollen genauer definierte Leistungsgruppen der Kliniken sein - also etwa «Kardiologie» statt grobe Bezeichnungen wie «innere Medizin». Die Leistungsgruppen sollen einheitliche QualitÀtsvorgaben etwa bei der Ausstattung, bei Personal und Behandlungserfahrungen absichern.
Im Vorfeld hatte es wegen Forderungen der LĂ€nder nach einer vorgeschalteten Extra-Finanzspritze des Bundes bereits Streit gegeben. Lauterbach sagte gestern Abend auch mit Blick auf die Haushaltslage, das werde geprĂŒft, und fĂŒgte hinzu: «Ich kann da keine Hoffnungen machen.»
GrundsÀtzliches Lob vom Deutschen Gewerkschaftsbund
Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) bemÀngelte, die Finanzwirkung der Eckpunkte bleibe unklar. «Der Bund hat keine konkreten finanziellen Zusagen gemacht und die LÀnder verpflichten sich weiterhin nicht, die Investitionskosten zu finanzieren. Dies darf nicht zu Lasten der Beitragszahlenden gehen», sagte Stefanie Stoff-Ahnis aus dem Verbandsvorstand.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund lobte die Einigung grundsĂ€tzlich. Es brauche aber weitere Schritte, um die Strukturreform in der stationĂ€ren Versorgung voranzubringen. «Wichtig ist auch, die Belange der BeschĂ€ftigten zu berĂŒcksichtigen», sagte Vorstandsmitglied Anja Piel der Deutschen Presse-Agentur. Nur wenn es gelinge, mehr FachkrĂ€fte zum Bleiben zu gewinnen, werde eine qualitĂ€tsgerechte Versorgung der Patientinnen und Patienten möglich.
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