Bundesbildungsministerin Prien drängt Merz auf Bildung als Top-Thema
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 05:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSBundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) fordert von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der gesamten Bundesregierung, Bildung in Deutschland deutlich stärker zu priorisieren. Bildung solle zum Top-Thema auf allen staatlichen Ebenen werden, um Kindern und Jugendlichen gerechte Start- und Zukunftschancen zu eröffnen.
Prien fordert mehr Unterstützung im Kabinett
In dem Berlin Playbook Podcast von POLITICO erklärte Prien, sie sei im Kabinett nicht allein für das Thema Bildung zuständig, benötige jedoch mehr Unterstützung. Der Bundeskanzler habe ihr diese zusätzliche Unterstützung in der vergangenen Woche zugesagt, wie die Ministerin betonte.
Prien verbindet ihre Forderung nach höherer Priorität der Bildung mit dem Hinweis auf gemeinsame Verantwortung aller staatlichen Ebenen. Aus ihrer Sicht sollen sich Bund, Länder und Kommunen gleichermaßen dafür verantwortlich fühlen, jungen Menschen faire Bildungs- und Zukunftschancen zu sichern.
Neues Programm zum Schutz vor Social-Media-Folgen
Zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor den Folgen exzessiven Social-Media-Konsums kündigte Prien kurzfristige Maßnahmen an. Ein entsprechendes Programm soll in den nächsten Wochen und Monaten erarbeitet und bis zum Jahresende vorgestellt werden.
Nach ihren Angaben wird sich das Programm an alle staatlichen Ebenen richten und insbesondere Kinder im Alter zwischen 0 und 3 beziehungsweise 0 und 6 Jahren in den Blick nehmen. Geplant sind außerdem öffentliche Kampagnen, die auf Risiken des übermäßigen Social-Media-Gebrauchs aufmerksam machen und für einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien sensibilisieren sollen.
Die Forderung von Bundesbildungsministerin Karin Prien nach einer stärkeren Priorisierung der Bildung knüpft an eine seit Jahren anhaltende Debatte über die Leistungsfähigkeit des deutschen Schulsystems an. In internationalen Vergleichsstudien schneiden Schülerinnen und Schüler hierzulande häufig nur mittelmäßig ab, während zugleich Lehrkräftemangel, marode Schulgebäude und große Unterschiede zwischen den Bundesländern beklagt werden.
Wenn Prien Bildung zum „Top-Thema“ in Deutschland machen will, zielt sie auf eine stärkere Abstimmung aller staatlichen Ebenen – von der Bundesregierung über die Länder bis zu den Kommunen. Da Bildung in Deutschland vor allem Ländersache ist, kommt der Bund meist über Förderprogramme, Digitalisierungsoffensiven und finanzielle Unterstützung ins Spiel. Eine klare Priorisierung im Kanzleramt könnte bedeuten, dass Bildungsfragen stärker in andere Politikfelder – etwa Sozial-, Familien- und Digitalpolitik – eingreifen.
Hintergrund und politische Bedeutung
Bemerkenswert ist, dass Prien den Bundeskanzler ausdrücklich in die Pflicht nimmt und zugleich betont, im Kabinett nicht allein für das Thema zu stehen. Das deutet auf den Anspruch hin, Bildung als Querschnittsaufgabe zu verankern, die etwa das Wirtschafts- und das Familienressort ebenso betrifft. Die zugesagte Unterstützung von Friedrich Merz kann als Signal verstanden werden, dass die Bundesregierung Bildungsprojekte künftig höher gewichten könnte, etwa bei Haushaltsentscheidungen.
Digitaler Kinderschutz und mögliche Folgen
Die angekündigten kurzfristigen Maßnahmen zum Schutz vor exzessivem Social-Media-Konsum greifen einen zweiten neuralgischen Punkt der Bildungspolitik auf: den Umgang mit digitalen Medien im Kindesalter. Indem das Programm Kinder bereits im Alter zwischen 0 und 3 bzw. 0 und 6 Jahren in den Blick nimmt, dürfte es vor allem auf Eltern, Kitas und Frühförderangebote zielen. Öffentliche Kampagnen könnten Bewusstsein für Risiken wie Bildschirmabhängigkeit, psychische Belastungen oder den Einfluss sozialer Medien auf Lern- und Entwicklungsprozesse schaffen. Für Familien und Bildungseinrichtungen wäre ein solches Programm ein Hinweis darauf, dass in den kommenden Monaten mit neuen Empfehlungen, Förderangeboten oder Regelungen zur Mediennutzung bei Kindern zu rechnen ist.
