Innenministerin verteidigt AbschiebeplÀne
12.08.2023 - 02:05:15 | dts-nachrichtenagentur.de"Wer einer kriminellen Vereinigung angehört, könnte auch schon vor einem Strafurteil leichter ausgewiesen werden", sagte Faeser der "Rheinischen Post" (Samstagausgabe). "Aber natĂŒrlich gĂ€be es auch hiergegen Rechtsschutz vor Gericht. Der Vorschlag ist Teil des umfassenderen Pakets, das wir fĂŒr effektivere Abschiebungen schnĂŒren wollen", sagte die SPD-Politikerin mit Blick auf ein Diskussionspapier ihres Hauses.
Es gehe dabei "um kriminelles Handeln, nicht um VerwandtschaftsverhĂ€ltnisse", so Faeser. "Der Familienname sagt nichts darĂŒber, ob jemand kriminell ist." Die Ministerin verwies darauf, dass man einen Vorschlag von LĂ€ndern und Kommunen diskutiere. "Wir mĂŒssen den Kampf gegen organisierte KriminalitĂ€t konsequent fĂŒhren. ClankriminalitĂ€t ist ein Teil davon. Der Rechtsstaat muss hier ZĂ€hne zeigen", sagte Faeser. BĂŒrger wĂŒrden zu Recht erwarten, "dass wir gefĂ€hrliche kriminelle Strukturen zerschlagen". Dazu gehöre auch die "schnellere Ausweisung von Kriminellen, die keinen deutschen Pass haben", so die SPD-Politikerin. Kritik an ihrem VorstoĂ, die Abschiebehaft zu verlĂ€ngern, wies sie zurĂŒck. Der Schritt bleibe richtig, sagte Faeser. "Wir mĂŒssen das Untertauchen von Menschen vor der Abschiebung verhindern, gerade von StraftĂ€tern." Die Ministerin stellte darĂŒber hinaus zeitnahe Abkommen mit Georgien und Moldau zur RĂŒcknahme von StaatsbĂŒrgern in Aussicht, die nach Deutschland eingereist sind. "Wir sind mit vielen Staaten in sehr konkreten und guten GesprĂ€chen. Ich selbst habe in Tunesien GesprĂ€che gefĂŒhrt und plane eine Reise nach Marokko", sagte Faeser. "Zuerst wollen wir Abkommen mit Georgien und Moldau abschlieĂen. Beide Staaten wollen in die EU, in beiden Staaten droht Menschen in aller Regel keine Verfolgung. Mehr als jeder zehnte abgelehnte Asylantrag kommt aus diesen beiden LĂ€ndern", sagte die Ministerin. "Hier können wir also sehr schnell irregulĂ€re Migration wirksam reduzieren", so Faeser. Der Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann (GrĂŒne), hatte zuletzt davor gewarnt, Georgien als sicheres Herkunftsland einzustufen, da dort homosexuelle Menschen weiterhin verfolgt werden.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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