Friedrich Merz, Ilse Aigner

BundesprĂ€sidentenamt: Merz begrĂŒĂŸt Aigner beim CSU-Parteitag

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 12:20 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Kanzler setzt bei seiner Rede in MĂŒnchen ein viel beachtetes Signal, ohne die Kandidatenfrage ausdrĂŒcklich zu entscheiden. In der CSU wĂ€chst damit der Druck auf die CDU, sich zur Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier zu positionieren.

Signale vor der BundesprÀsidentenwahl

  • Friedrich Merz begrĂŒĂŸte Ilse Aigner beim CSU-Parteitag in MĂŒnchen direkt nach Markus Söder und vor Manfred Weber.
  • Die Delegierten erhoben sich und applaudierten, wĂ€hrend Aigner in der ersten Reihe mit beiden HĂ€nden winkte.
  • Markus Söder hatte am Freitag erneut fĂŒr Aigner geworben und ihre mögliche Kandidatur als „tolle Sache“ bezeichnet.
Friedrich Merz begrĂŒĂŸt Ilse Aigner. - Bild: Peter Kneffel/dpa

Merz setzt bei Aigner auf dem CSU-Parteitag ein Signal

Bundeskanzler Friedrich Merz hat beim CSU-Parteitag in MĂŒnchen Bayerns LandtagsprĂ€sidentin Ilse Aigner zu Beginn seiner Rede namentlich begrĂŒĂŸt und dafĂŒr starken Jubel erhalten. Die CSU wirbt fĂŒr Aigner als nĂ€chste BundesprĂ€sidentin, wĂ€hrend Merz die Kandidatenfrage bislang nicht öffentlich entschieden hat.

Delegierte reagieren mit Ovationen

Merz nannte Aigner direkt nach CSU-Chef Markus Söder und vor dem Vorsitzenden der EuropÀischen Volkspartei, Manfred Weber. Daraufhin brachen die Delegierten in Applaus und Jubel aus und erhoben sich von ihren PlÀtzen.

Aigner, die in der ersten Reihe saß, stand ebenfalls auf und winkte mit beiden HĂ€nden in die Messehalle. Beim Einzug hatte Merz sie ebenso wie Bundesforschungsministerin Dorothee BĂ€r mit KĂŒsschen links und rechts begrĂŒĂŸt.

Söder wirbt erneut fĂŒr Aigner

CSU-Chef Markus Söder hatte bereits am Freitag erneut fĂŒr Aigner als nĂ€chste BundesprĂ€sidentin geworben. Die Entscheidung werde zwar „woanders gefĂ€llt“, sagte Söder, fĂŒgte aber hinzu: „Das wĂ€re eine tolle Sache.“

In der CSU wird Aigner seit langem als mögliche Kandidatin gehandelt. Söder hatte sie Ende April erstmals fĂŒr das Amt ins GesprĂ€ch gebracht.

CDU hÀlt Entscheidung offen

Die CDU-FĂŒhrung hatte kurz vor dem Parteitag erklĂ€rt, sie habe den Anspruch auf einen Kandidaten oder eine Kandidatin aus den eigenen Reihen nicht aufgegeben. Merz hat sich zu der Frage bislang nicht öffentlich geĂ€ußert.

Deshalb wurde seine Rede bei der CSU mit Spannung erwartet. Seine BegrĂŒĂŸung Aigners löste ein deutliches Signal der Delegierten aus, eine formelle Nominierung fĂŒr das BundesprĂ€sidentenamt war damit jedoch nicht verbunden.

Die BundesprĂ€sidentenwahl rĂŒckt nĂ€her, ohne dass Union und SPD bislang einen gemeinsamen Namen öffentlich festgelegt haben. Die Bundesversammlung soll am 30. Januar 2027 zusammentreten. Ihr gehören 630 Bundestagsabgeordnete und 630 von den LĂ€ndern entsandte Mitglieder an.

Ilse Aigner steht im Zentrum der Debatte, weil sie als ĂŒberparteilich anschlussfĂ€hig gilt und politische Erfahrung auf Bundes- und Landesebene mitbringt. Markus Söder wirbt seit Ende April fĂŒr sie; auch aus Reihen von SPD und GrĂŒnen gab es zuvor Zustimmung zu einer Frau im höchsten Staatsamt.

Entscheidung der Union steht aus

Der Vorstoß der CSU erhöht den Druck auf Friedrich Merz, eine gemeinsame Position von CDU und CSU herbeizufĂŒhren. Zugleich beansprucht die CDU-FĂŒhrung weiterhin das Recht, einen eigenen Kandidaten oder eine eigene Kandidatin vorzuschlagen. Damit geht es neben Aigners persönlicher Eignung auch um das KrĂ€fteverhĂ€ltnis zwischen den Schwesterparteien.

FĂŒr die Leserinnen und Leser bedeutet die offene Kandidatenfrage, dass die politische Debatte bis zur Wahl der Mitglieder der Bundesversammlung weiter an Bedeutung gewinnen dĂŒrfte. Eine Nennung Aigners durch Merz hĂ€tte auf dem Parteitag als Signal fĂŒr eine AnnĂ€herung gewirkt; eine endgĂŒltige Nominierung wĂ€re damit jedoch noch nicht verbunden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Stern: „CSU-Parteitag: FĂŒhrende CSU-Politiker setzen Merz in P-Frage unter Druck“ (23.10.2026)

Der Artikel habe berichtet, fĂŒhrende CSU-Politiker wie Manfred Weber und Klaus Holetschek hĂ€tten eine schnelle Entscheidung zugunsten Aigners gefordert. Er setze den Schwerpunkt auf den innerparteilichen Druck vor Merz’ Rede und nenne den 30. Januar als Termin der Bundesversammlung.

ZDFheute: „Wird es erstmals eine BundesprĂ€sidentin geben? Die CSU drĂ€ngt auf Nominierung von Ilse Aigner“ (23.10.2026)

Der Beitrag habe Aigner als mögliche Kandidatin eingeordnet und die weiterhin ausstehende Entscheidung der CDU hervorgehoben. Anders als der Stern-Artikel habe er zusĂ€tzlich die Rolle von SPD und GrĂŒnen sowie die Zusammensetzung der Bundesversammlung beleuchtet.

Beide BeitrĂ€ge hĂ€tten den Druck der CSU und die offene Kandidatenfrage bestĂ€tigt. Unterschiedliche Schwerpunkte lĂ€gen bei den innerparteilichen Forderungen einerseits und der parteiĂŒbergreifenden Debatte ĂŒber eine BundesprĂ€sidentin andererseits.

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