Ilse Aigner, Bundespräsidentenwahl 2027

Bundespräsidentenwahl: Aigner will Grüne für 2027 einbinden

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 08:19 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Die bayerische Landtagspräsidentin setzt auf eine parteiübergreifende Unterstützung ihrer Bewerbung um das höchste Staatsamt. Für die schwarz-rote Koalition wäre die Einbindung der Grünen vor allem ein politisches Signal.

Mehrheit der Bundesversammlung steht fest

  • Ilse Aigner wirbt für eine Beteiligung der Grünen an ihrer Unterstützung.
  • Die Bundesversammlung wählt am 30. Januar 2027 das Staatsoberhaupt.
  • Schwarz-Rot verfügt laut Meldung über eine eigene Mehrheit.
  • Markus Söder hat Aigners Kandidatur zuletzt auf einem Parteitag bekräftigt.
Ilse Aigner (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Aigner wirbt für Unterstützung der Grünen

Ilse Aigner, CSU-Anwärterin auf das Amt der Bundespräsidentin, appelliert an die schwarz-rote Koalition, die Grünen bei der Wahl in der Bundesversammlung einzubinden. Die Präsidentin des Bayerischen Landtags sagte der Wochenzeitung „Die Zeit“, sie fände es charmant, wenn man die Grünen mit ins Boot holen könnte.

Özdemir schlägt gemeinsame Kandidatin vor

Zuvor hatte sich Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir für eine gemeinsame Kandidatin von CDU, CSU, SPD und Grünen ausgesprochen. Die Bundesversammlung wählt am 30. Januar 2027.

Schwarz-Rot hat eigene Mehrheit

Die schwarz-rote Koalition verfügt bei der Wahl über eine eigene Mehrheit. Eine Unterstützung durch die Grünen hätte daher vor allem symbolische Bedeutung.

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte am Montag erklärt, die Union werde eine Frau nominieren. Damit ist die Entscheidung über die Unionskandidatin weiterhin ein zentraler Schritt im Auswahlverfahren.

Aigner setzt auf Söders Rückhalt

Aigner zeigte sich zuversichtlich, dass CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident Markus Söder ihre Kandidatur unterstützt. Söder und sie seien sich über die Jahre „sehr nah“ gewesen, sagte Aigner, „und sehr fern“.

Bis 2018 war Aigner Ministerin in Söders Kabinett. Das Verhältnis sei zeitweise ambivalent gewesen, inzwischen aber schon lange sehr belastbar, sagte sie. Söder hatte zuletzt auf einem Parteitag seine Unterstützung für Aigner als Bundespräsidentin bekräftigt.

Die Bundesversammlung wählt am 30. Januar 2027 ein neues Staatsoberhaupt. Die Amtszeit von Frank-Walter Steinmeier endet am 18. März 2027; der frühere Wahltermin schafft damit frühzeitig Klarheit über die künftige Besetzung des höchsten Staatsamts.

Politisch entscheidend ist die Mehrheitslage: Die schwarz-rote Koalition verfügt nach der dts-Meldung über eine eigene Mehrheit in der Bundesversammlung. Eine Zustimmung der Grünen wäre deshalb für den Wahlausgang nicht erforderlich, könnte aber die parteiübergreifende Legitimation einer Kandidatin stärken.

Parteienübergreifende Signale

Ilse Aigner wirbt mit ihrem Vorstoß für eine breitere Verständigung über die Parteigrenzen hinweg. Der Vorschlag des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Cem Özdemir, eine gemeinsame Kandidatin von CDU, CSU, SPD und Grünen aufzustellen, weist in dieselbe Richtung.

Für Aigner hängt die weitere Dynamik zugleich von der Union ab. Bundeskanzler Friedrich Merz hat eine Frau als Unionskandidatin angekündigt, während CSU-Chef Markus Söder Aigners Bewerbung unterstützt. Damit verbindet sich die Frage, ob die Union geschlossen hinter der bayerischen Landtagspräsidentin steht und ob die Grünen eine gemeinsame Kandidatur tatsächlich politisch mittragen würden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „Bundespräsidentenwahl - Unterstützung in der CDU für Aigner wächst“ (04.11.2026)

Der Beitrag berichtet über wachsende Unterstützung für Aigner in der CDU und verweist zugleich auf Zustimmung aus SPD und Grünen. Damit ergänzt er den Vorstoß zur Einbindung der Grünen um Hinweise auf parteiübergreifende Resonanz.

SWR: „CDU-Fraktion in BW will Ilse Aigner als neue Bundespräsidentin“ (04.11.2026)

Der SWR hebt die Unterstützung der baden-württembergischen CDU-Fraktion für Aigner hervor und nennt ebenfalls Signale aus SPD und Grünen. Im Unterschied zum Deutschlandfunk liegt der Schwerpunkt damit stärker auf einem konkreten regionalen Unterstützerkreis.

Übereinstimmung besteht in der wachsenden Unterstützung für Aigner über die CSU hinaus. Offen bleibt, wie die Union ihre Kandidatin formell bestimmt und ob die Grünen eine gemeinsame Lösung unterstützen.

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