Bundestag beschlieĂt Sparpaket gegen höhere KassenbeitrĂ€ge
Veröffentlicht am: 06.11.2025 um 13:25 Uhr | dpa.de
Der Bundestag hat ein Sparpaket beschlossen, das den Druck fĂŒr erneute Anhebungen der KrankenkassenbeitrĂ€ge im nĂ€chsten Jahr mindern soll. Das Gesetz von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sieht dafĂŒr Ausgabenbremsen vor allem bei den Kliniken vor, um eine fĂŒr 2026 ermittelte FinanzlĂŒcke von zwei Milliarden Euro bei den gesetzlichen Krankenkassen zu schlieĂen.
Der Parlamentarische StaatssekretÀr im Ministerium, Georg Kippels (CDU), sagte in der Debatte, die Koalition stabilisiere so die BeitragssÀtze und halte ihr politisches Versprechen. «Seit 2019 ist es damit das erste Mal, dass der durchschnittliche Zusatzbeitrag nicht erhöht werden muss.»
Die Opposition warnte dagegen vor dennoch steigenden BeitrĂ€gen 2026. GrĂŒnen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sprach von Etikettenschwindel und warf der Regierung vor, den Menschen Sand in die Augen zu streuen. Linke-Fachpolitiker Ates GĂŒrpinar sagte, das Versprechen sei nichts wert.
Kassen entscheiden selbst ĂŒber ZusatzbeitrĂ€ge
Konkret sollen bei den Kliniken 1,8 Milliarden Euro eingespart werden. DafĂŒr soll der Anstieg der VergĂŒtungen auf die tatsĂ€chlichen Kostensteigerungen der KrankenhĂ€user begrenzt werden. Bei den Verwaltungskosten der Krankenkassen sollen 100 Millionen Euro eingespart werden, etwa bei Porto oder Werbeaktionen. Weitere 100 Millionen Euro bringen soll eine Halbierung der Einzahlungen aus Kassenmitteln in einen Fonds zur Versorgungsforschung.
Direkt stabile BeitrĂ€ge festlegen kann die Politik nicht. Ăber die ZusatzbeitrĂ€ge fĂŒr 2026 fĂŒr ihre Versicherten entscheiden die Kassen je nach ihrer Finanzlage in den kommenden Wochen selbst. Ein zustĂ€ndiger SchĂ€tzerkreis hatte fĂŒr 2026 einen rechnerischen Wert von 2,9 Prozent ermittelt - das ist das aktuelle Niveau. Nicht berĂŒcksichtigt in der Prognose ist aber, wenn Kassen ihre Reserven auf vorgeschriebene Mindestniveaus auffĂŒllen mĂŒssen.
