Abgeordnete, AufklÀrungsbedarf

Abgeordnete sehen weiter AufklÀrungsbedarf in Fördermittel-AffÀre

12.09.2024 - 00:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Bundestagsabgeordnete von SPD und Union sehen nach der Sondersitzung im Bildungsausschuss weiteren AufklÀrungsbedarf in der sogenannten Fördermittel-AffÀre um Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP).

Bettina Stark-Watzinger (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Der SPD-Parlamentarier und Experte fĂŒr Bildung und Forschung, Oliver Kaczmarek, sagte der "Rheinischen Post" (Donnerstagausgabe): "Es geht um die wichtigste WĂ€hrung fĂŒr eine belastbare Wissenschaftspolitik, nĂ€mlich die GlaubwĂŒrdigkeit im Umgang mit der Wissenschaftsfreiheit und den Ausschluss der politischen Einflussnahme darauf." Vertrauen innerhalb der Wissenschaftsgemeinschaft wieder herzustellen, sei im eigenen Interesse von Ministerin Stark-Watzinger. "Das wird nur durch vollstĂ€ndige Transparenz und AufklĂ€rung funktionieren. DafĂŒr trĂ€gt sie die politische Verantwortung." Der bildungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Thomas Jarzombek (CDU), betonte: "Die Wissenschaftsgemeinschaft hat sich eine Meinung gebildet und Frau Stark-Watzinger das Vertrauen verloren. Sie hat gestern die Chance nicht genutzt, ihre Reputation durch Transparenz wiederherzustellen. Die offenen Fragen der eigenen Koalitionspartner sprechen BĂ€nde." Auch der PrĂ€sident des Deutschen Hochschulverbands (DHV), Lambert Koch, sieht nach der Sondersitzung im Bildungsausschuss weiteren AufklĂ€rungsbedarf in der sogenannten Fördermittel-AffĂ€re.

"Die wesentlichen Fragen bleiben", sagte er der "Rheinischen Post" (Donnerstag). "Wer hat was wann beauftragt und warum musste StaatssekretĂ€rin Döring ĂŒberhaupt gehen, wenn der förderrechtliche PrĂŒfauftrag nur auf einem angeblichen MissverstĂ€ndnis beruhte?" Er betonte: "Die Ministerin gibt darauf nach wie vor keine schlĂŒssigen Antworten und fĂ€hrt stattdessen eine ermĂŒdende und Ressourcen verbrennende Hinhaltetour. Sie verdonnert ihre in den Ruhestand versetzte StaatssekretĂ€rin, die zur AufklĂ€rung beitragen könnte, zum Schweigen und suggeriert, dass man ihr als Ministerin Unrecht tue, bleibt dafĂŒr aber ĂŒberzeugende Beweise schuldig." Mit Blick auf Chats ĂŒber den Messengerdienst "Wire" fĂŒgte Koch hinzu: "Ob und inwieweit die offensichtlich sachrelevanten internen ChatverlĂ€ufe der Leitungsebene zur `FördergeldaffĂ€re` unter Verschluss bleiben können, werden abschließend noch Gerichte entscheiden mĂŒssen. Stark-Watzingers politisches Überleben hĂ€ngt damit weiterhin am seidenen Faden. Ihre KreditwĂŒrdigkeit in der Wissenschaft verspielt sie unabhĂ€ngig davon weiter. Das ist fatal." Zu dem von der Ministerin angekĂŒndigten Treffen mit Wissenschaftlern zur Aufarbeitung der AffĂ€re sagte er: "NĂ€here Kenntnisse ĂŒber einen zeitnahen Austausch in der ?FördergeldaffĂ€re` mit der Wissenschaft liegen dem DHV als fĂ€cherĂŒbergreifend grĂ¶ĂŸten Berufsvertretung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit ĂŒber 33.500 Mitgliedern nicht vor. Was die Wissenschaft aber gerade in diesen herausfordernden Zeiten benötigt, ist eine unbelastete und dialogbereite Ministerin, die aus dem Rechtfertigungsmodus rauskommt und endlich ihre eigentlichen Aufgaben."

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