Christian Freuding, Bundeswehr

Bundeswehr: Freuding wird im Februar Generalinspekteur

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 15:38 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Christian Freuding folgt im Februar auf Carsten Breuer, der zum Vorsitzenden des Nato-Militärausschusses gewählt wurde. Der Ukraine-Kenner soll die Bundeswehr beim Ausbau neuer Fähigkeiten und der Aufstockung der Truppe führen.

Freudings Weg an die Bundeswehrspitze

  • Christian Freuding übernimmt im Februar das Amt des Generalinspekteurs von Carsten Breuer.
  • Die Nachricht erreichte den 55-jährigen Generalleutnant bei einer Gedenkveranstaltung in Koblenz.
  • Als Heeresinspekteur ließ Freuding das erste Drohnenregiment des Heeres aufstellen.
  • Generalleutnant Christian Freuding bei einer Militärübung auf Kreta - Bild: Kay Nietfeld/dpa
  • Generalleutnant Christian Freuding in Narva an der Grenze zu Russland - Bild: Carsten Hoffmann/dpa
  • Enger Draht zu Pistorius: Generalleutnant Christian Freuding - Bild: Kay Nietfeld/dpa
Generalleutnant Christian Freuding bei einer Militärübung auf Kreta - Bild: Kay Nietfeld/dpa Generalleutnant Christian Freuding in Narva an der Grenze zu Russland - Bild: Carsten Hoffmann/dpa Enger Draht zu Pistorius: Generalleutnant Christian Freuding - Bild: Kay Nietfeld/dpa

Verteidigungsminister Boris Pistorius macht Heeresinspekteur Christian Freuding zum neuen Generalinspekteur der Bundeswehr. Der 55-jährige Generalleutnant übernimmt den Posten im Februar von Carsten Breuer und wird damit ranghöchster Soldat der deutschen Streitkräfte.

Ukraine-Erfahrung prägt den neuen Generalinspekteur

Freuding war vor seiner Tätigkeit als Heeresinspekteur Koordinator der deutschen Militärhilfe für die Ukraine und leitete später den Planungs- und Führungsstab im Verteidigungsministerium. Pistorius hob bei der Bekanntgabe seine Kenntnisse des Kriegsverlaufs, seine internationale Vernetzung und seine Fähigkeit hervor, schnell Entscheidungen zu treffen und umzusetzen.

Als Heeresinspekteur ließ Freuding unter anderem das erste Drohnenregiment des Heeres aufstellen. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Thomas Röwekamp, bezeichnete ihn als ausgezeichneten Offizier und verwies auf die Aufgabe, politische Entscheidungen in konkrete militärische Fähigkeiten zu übersetzen.

Nachricht erreicht Freuding in Koblenz

Freuding erfuhr von seiner Ernennung in Koblenz bei einer jährlichen Gedenkveranstaltung am Ehrenmal des Deutschen Heeres auf der Festung Ehrenbreitstein. Der Generalleutnant hat seit 2017 mehrere Spitzenverwendungen übernommen, darunter als Adjutant der Verteidigungsministerin und als Kommandeur der Panzerlehrbrigade in Munster.

Im vergangenen Jahr übernahm er die Führung des Heeres. In der vergangenen Woche bereiste er die Nato-Ostflanke im Baltikum, wo deutsche und niederländische Militärführer Verteidigungsplanungen der baltischen Verbündeten und neue Waffensysteme begutachteten.

Neue Fähigkeiten und große Aufstockung

Zu den von Freuding genannten Handlungsfeldern gehören elektronische Kampfführung, unbemannte Systeme, der Schutz vor Bedrohungen aus der Luft und weitreichende Waffen. Diese Fähigkeiten sollen durch digitalisierte und KI-unterstützte Führungssysteme miteinander verbunden werden.

Das milliardenschwere Digitalisierungsprogramm der Bundeswehr ist zugleich technisch problembehaftet. Die aktive Truppe umfasst derzeit etwa 186.000 Soldatinnen und Soldaten; geplant sind 260.000 aktive Soldaten und zusätzlich 200.000 Reservisten.

Breuer wechselt an die Nato-Spitze

Breuer wurde zum Vorsitzenden des Nato-Militärausschusses gewählt und soll deshalb im Februar aus dem Amt des Generalinspekteurs ausscheiden. Mit Freudings Amtsantritt verbindet das Verteidigungsministerium die Erwartung, den Umbau der Bundeswehr und die Anpassung an die sicherheitspolitischen Herausforderungen weiter voranzutreiben.

Die Personalie fällt in eine Phase, in der Deutschland seine Streitkräfte stärker auf Landes- und Bündnisverteidigung ausrichtet. Freuding bringt dafür Erfahrungen aus zwei Bereichen zusammen: als früherer Koordinator der deutschen Militärhilfe für die Ukraine und als Heeresinspekteur mit Verantwortung für die Weiterentwicklung der Landstreitkräfte.

Der Krieg gegen die Ukraine hat die Bedeutung unbemannter Systeme, elektronischer Kampfführung, Luftverteidigung, digitaler Führung und weitreichender Waffen deutlich gemacht. Diese Felder nennt Freuding selbst als Schwerpunkte. Seine künftige Aufgabe wird darin bestehen, solche Erkenntnisse in bundeswehrweite Fähigkeiten zu übersetzen und zugleich die laufende Vergrößerung der Truppe zu organisieren.

Führung vor großen Strukturaufgaben

Mit dem Wechsel an der Spitze übernimmt Freuding die Gesamtverantwortung für die militärische Planung und Führung der Bundeswehr. Dazu gehören neben der Einsatzbereitschaft auch die Abstimmung mit den Verbündeten an der Nato-Ostflanke und die Anpassung an neue technologische Bedrohungen.

Die Größenordnung der angekündigten Aufstockung zeigt die Herausforderung: Auf etwa 186.000 aktive Soldatinnen und Soldaten sollen 260.000 folgen, ergänzt um 200.000 Reservisten. Gleichzeitig muss die Bundeswehr digitale Großvorhaben und Beschaffungsprozesse bewältigen, während technische Probleme und Fähigkeitslücken fortbestehen. Für die Truppe wird entscheidend sein, ob sich politische Ziele in verfügbare Systeme, ausreichende Ausbildung und belastbare Einsatzbereitschaft übersetzen lassen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

BR24: „Freuding wird neuer Generalinspekteur der Bundeswehr“ (05.11.2026)

Der Beitrag bestätige die Ernennung des 55-jährigen Heereschefs für Februar und ordne sie als Nachfolge von Carsten Breuer ein. Im Mittelpunkt stehe die Personalentscheidung selbst.

Stern: „Bundeswehr: Heereschef Freuding tritt an Spitze der Bundeswehr“ (05.11.2026)

Der Beitrag stelle stärker den Aufbau der Bundeswehr und ihre wachsende Verantwortung in der Nato heraus. Übereinstimmend werde Freuding als Nachfolger Breuers und als Kandidat für die Führungsaufgabe genannt.

Beide Beiträge bestätigten die Personalie und den Amtswechsel im Februar; der Schwerpunkt liege beim BR24 auf der Ernennung, beim Stern zusätzlich auf dem militärischen Aufbau und der Rolle Deutschlands im Bündnis.

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