Bundeswehr plant Drohnenregiment: Otte fordert verlässliche Ausrüstung
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 11:50 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte (CDU), fordert eine gute und verlässliche Ausstattung der Soldaten für das geplante Drohnenregiment. Drohnen und Drohnenabwehr seien ein „wichtiger Bestandteil moderner Landes- und Bündnisverteidigung“, sagte Otte der „Rheinischen Post“.
Otte verlangt konkrete Fähigkeiten
Otte bezeichnete die Aufstellung eines eigenen Drohnenregiments als „folgerichtigen Schritt“. Anlass ist die Ankündigung von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), erstmals einen solchen Verband für die Bundeswehr aufstellen zu wollen.
Moderne Streitkräfte benötigten moderne Fähigkeiten, sagte der Wehrbeauftragte. Das Gefechtsfeld verändere sich, und die Bundeswehr müsse darauf reagieren.
Einsatzfähigkeit als Maßstab
Die sicherheitspolitische Lage sei der Taktgeber. Politische Ankündigungen müssten nun schnell in konkrete Fähigkeiten und verlässlich verfügbares Material für die Soldaten umgesetzt werden, forderte Otte.
Neue Strukturen allein reichten nicht aus. Die Truppe müsse über die Systeme und Ausrüstung verfügen, die sie für ihren Auftrag tatsächlich brauche. Die Einsatzfähigkeit sei der Maßstab, so Otte.
Die geplante Aufstellung des Drohnenregiments markiert eine organisatorische Reaktion der Bundeswehr auf die wachsende Bedeutung unbemannter Systeme. Der Krieg in der Ukraine hat gezeigt, dass Drohnen sowohl zur Aufklärung als auch für Angriffe, elektronische Kampfführung und die Abwehr gegnerischer Systeme eingesetzt werden. Deutschland will diese Fähigkeiten deshalb stärker bündeln, ohne Drohnen als Ersatz für klassische Waffensysteme zu behandeln.
Das Regiment soll nach den bisher bekannt gewordenen Planungen im Laufe des Jahres 2027 aufgebaut werden. Vorgesehen sind zunächst 300 Soldatinnen und Soldaten, später bis zu 600. Der Verband soll Reichweiten von der Nahdistanz bis zu 500 Kilometern abdecken und neben fliegenden auch unbemannte Landsysteme sowie eine Kompanie für den elektromagnetischen Kampf einbeziehen.
Entscheidend ist die Umsetzung
Ottes Forderung nach verlässlicher Ausstattung richtet den Blick auf die praktische Einsatzfähigkeit. Dazu gehören nicht nur Drohnen, sondern auch sichere Kommunikationsverbindungen, Sensorik, Steuerung, Ersatzteile, Ausbildung und wirksame Abwehrsysteme. Gerade bei schnell weiterentwickelnder Technologie müssen Beschaffung und Erprobung eng mit den Erfahrungen der Truppe verbunden werden.
Für die Bundeswehr entsteht damit eine doppelte Aufgabe: Sie muss einen spezialisierten Verband aufbauen und unbemannte Systeme zugleich in bestehende Einheiten wie Aufklärungs-, Panzer- und Jägertruppen integrieren. Für die Landes- und Bündnisverteidigung ist außerdem relevant, wie schnell die Fähigkeiten an der NATO-Ostflanke verfügbar werden. Der konkrete Standort des Regiments ist bislang nicht festgelegt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Bundeswehr reagiert mit erstem Drohnenregiment auf Ukraine-Krieg“ (01.10.2026)
Der Beitrag bestätigt die geplante Aufstellung eines Regiments mit bis zu 600 Soldaten im Jahr 2027 und stellt den Zusammenhang mit den Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg heraus. Im Mittelpunkt stehen zusätzlich die geplante Reichweite bis 500 Kilometer, elektronische Kampfführung und die noch offene Standortfrage.
ZDFheute: „Bundeswehr bekommt eigenes Drohnen-Regiment“ (01.10.2026)
ZDFheute beschreibt den Verband als Einheit für Aufklärung, Wirkung und Drohnenabwehr und hebt die Einbindung unbemannter Landsysteme hervor. Anders als die dts-Meldung, die den Ausstattungsbedarf betont, konzentriert sich der Beitrag stärker auf die militärische Rolle des Regiments und das Zusammenspiel mit Panzertruppen.
Übereinstimmend wird der Aufbau ab 2027 mit bis zu 600 Soldatinnen und Soldaten dargestellt. Offen bleiben vor allem der spätere Standort, das konkrete Material und das Tempo, mit dem die angekündigten Fähigkeiten in der Truppe verfügbar werden.
