NRW, HES

28 Klagen wegen Landarztquote anhÀngig

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 11:34 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Bundesweit sind 28 Klagen von Studenten anhĂ€ngig, die ihren Medizinstudienplatz ĂŒber die Landarztquote bekommen haben.

28 Klagen wegen Landarztquote anhÀngig
Arztpraxis fĂŒr Allgemeinmedizin (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Das berichtet die "Zeit" nach einer Anfrage bei allen Landesgesundheitsministerien.

Die Studenten hatten sich dazu verpflichtet, nach dem Studium eine fĂŒnfjĂ€hrige Facharztweiterbildung in der Allgemeinmedizin zu machen und danach zehn Jahre lang als Hausarzt in einem lĂ€ndlichen, unterversorgten Gebiet zu arbeiten. Im Gegenzug bekamen sie einen Medizinstudienplatz. VerstĂ¶ĂŸe gegen den Vertrag werden mit 250.000 Euro geahndet.

Rund 17 Klagen kommen aus NRW; das Bundesland war das erste, das die Landarztquote 2019 eingefĂŒhrt hat. Hinzu kommen fĂŒnf Klagen in Hessen, vier Klagen in Bayern und zwei Klagen im Saarland. Aus Baden-WĂŒrttemberg heißt es, man erwarte VerstĂ¶ĂŸe gegen den Vertrag frĂŒhestens Ende nĂ€chsten Jahres - dann endet regulĂ€r das Studium der ersten Teilnehmer.

Pascal Lemmer, PrĂ€sident der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland, sagte der "Zeit", die Klagen der Studierenden seien absehbar gewesen und entsprĂ€chen genau dem, wovor man schon immer gewarnt habe. Die Landarztquote sei "ineffektiv, ungerecht und rechtlich heikel". LandĂ€rzte gewinne man nicht mit Zwangsmaßnahmen, sondern mit guten Arbeitsbedingungen und vor allem mehr Sichtbarkeit von hausĂ€rztlicher Medizin im Studium.

Mehr Sichtbarkeit im Studium wollen auch Bund und LÀnder. 2017 beschlossen sie in einem gemeinsamen Dokument, das Medizinstudium zu reformieren, etwa mit mehr praktischen Abschnitten in der Arztpraxis. Doch das Vorhaben, genannt "Masterplan Medizinstudium", wurde bis heute nicht umgesetzt - weil Bund und LÀnder sich nicht einigen können, wer die Kosten trÀgt.

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