Friedrich Merz, Serap Güler

CDU: Güler lehnt Kanzlertausch und Merz-Trennung ab

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 05:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Serap Güler weist Spekulationen über Hendrik Wüst als möglichen CDU-Parteichef zurück und fordert Unterstützung für Friedrich Merz. Zugleich bekräftigt sie die Abgrenzung der CDU zur AfD.

CDU-Spitze und AfD-Linie in Köln

  • Serap Güler hält einen Wechsel von Friedrich Merz an der CDU-Spitze derzeit nicht für angezeigt.
  • Die Kölner CDU-Kreisvorsitzende lehnt auch eine Trennung von Kanzleramt und Parteivorsitz ab.
  • Güler will am Unvereinbarkeitsbeschluss zur AfD festhalten und schließt gemeinsame Anträge in Köln aus.
Serap Güler, Friedrich Merz, Carsten Linnemann (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Güler stellt sich vor dem CDU-Treffen hinter Merz

Die Kölner CDU-Kreisvorsitzende Serap Güler weist Spekulationen über einen Wechsel an der CDU-Spitze zurück und stärkt Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz den Rücken. Vor dem Treffen von Merz mit den CDU-Kreisvorsitzenden lehnt sie sowohl Hendrik Wüst als möglichen Parteichef als auch eine Trennung von Kanzleramt und Parteivorsitz ab.

Keine Ablösung von Merz auf der Tagesordnung

Im Berlin-Playbook-Podcast von Politico sagte Güler, sie glaube, das Szenario eines Wechsels zu Wüst stehe derzeit nicht auf der Tagesordnung. Auch eine Trennung der beiden Ämter halte sie im Moment nicht für sinnvoll; die Entscheidung darüber liege letztlich bei Merz.

Gleichzeitig räumte die CDU-Politikerin Unmut in der Partei ein. An der Basis sei viel los, es gebe dort „Trouble“, sagte sie mit Blick auf das Gespräch im Konrad-Adenauer-Haus.

Güler fordert Rückendeckung aus der CDU

Merz könne die Herausforderungen nicht allein bewältigen und brauche Unterstützung, sagte Güler. Diese Unterstützung müsse vor allem aus der eigenen Partei kommen.

Klare Absage an Zusammenarbeit mit der AfD

Am Unvereinbarkeitsbeschluss zur AfD will Güler festhalten. Zur Begründung sagte sie, die AfD sei seit 2018 nicht gemäßigter geworden, sondern das Gegenteil sei der Fall.

Eine Zusammenarbeit schloss Güler für ihren Verband aus. In Köln werde es keinen Antrag geben, bei dem die CDU gemeinsam mit der AfD auftrete oder entsprechende Absprachen treffe, sagte sie.

Serap Gülers Absage an einen Wechsel an der CDU-Spitze fällt in eine Phase, in der die Union vor einem wichtigen innerparteilichen Austausch steht. Die Kreisvorsitzenden beraten mit Friedrich Merz über die politische Lage und die Stimmung an der Basis. Vor dem Treffen wurden dabei insbesondere Hendrik Wüst und Markus Söder als mögliche Alternativen zu Merz genannt.

Gülers Position verbindet zwei Botschaften: Sie weist personelle Spekulationen zurück, räumt aber zugleich erheblichen Unmut innerhalb der CDU ein. Damit unterstützt sie Merz als Parteichef und Bundeskanzler, ohne die Probleme an der Basis zu bestreiten. Für die Parteiführung ist diese Kombination politisch relevant, weil die Rückendeckung der Kreisverbände für die Geschlossenheit der CDU entscheidend ist.

AfD-Abgrenzung bleibt Streitpunkt

Besonders eindeutig fällt Gülers Haltung zur AfD aus. Sie will den Unvereinbarkeitsbeschluss beibehalten und schließt Absprachen sowie gemeinsame Anträge in Köln aus. Das steht im Zusammenhang mit einer weiterhin kontroversen Debatte über den Umgang mit der AfD auf kommunaler Ebene. In Nordrhein-Westfalen wird inzwischen auch darüber bilanziert, wo die politische Abgrenzung in Räten unter Druck gerät.

Für Merz erhöht das den Erwartungsdruck vor dem Treffen: Die CDU muss innerparteiliche Kritik aufnehmen, zugleich aber ihre Linie bei möglichen Kooperationen klären. Gülers Aussagen liefern dafür eine klare Orientierung, ersetzen jedoch keine Entscheidung der Parteiführung oder der Kreisverbände.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Stern: „Friedrich Merz: CDU-Lokalfürsten kommen mit "Faust in der Tasche"“ (01.11.2026)

Der Beitrag beschreibt die angespannte Stimmung vor dem Treffen der CDU-Kreisvorsitzenden mit Merz. Als mögliche Alternativen werden Hendrik Wüst und Markus Söder genannt, während Gülers Unterstützung für Merz den personellen Spekulationen entgegensteht.

Frankfurter Rundschau: „‚Dunkelrote‘ Alarmlampe: Warum die Ost-CDU vor dem Krisentreffen mit Merz Alarm schlägt“ (01.11.2026)

Der Artikel legt den Schwerpunkt auf Kritik aus ostdeutschen CDU-Verbänden und die geplanten Gespräche mit Merz und Generalsekretärin Franziska Hoppermann. Gemeinsam ist den Berichten der Hinweis auf Unruhe vor dem Treffen; offen bleibt, wie stark sie sich auf die Parteiführung auswirkt.

Die Berichte zeichnen damit ein Spannungsfeld zwischen personeller Unterstützung für Merz und wachsendem Druck aus den Verbänden. Gülers klare Absage an Kanzlertausch und AfD-Absprachen setzt in diesem Umfeld einen gegenläufigen Akzent.

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