Chemie-Nobelpreis, Henri Kagan

Chemie-Nobelpreis 2026 geht an Henri Kagan und Kenso Soai

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 11:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der Chemie-Nobelpreis geht in diesem Jahr an den Franzosen Henri Kagan und den Japaner Kenso Soai. Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften würdigt ihre Entdeckung nichtlinearer Effekte und der Autokatalyse in der asymmetrischen organischen Synthese.

Neben dem Preisgeld erhält jeder Geehrte auch eine Medaille mit dem Kopf von Alfred Nobel. (Illustration) - Bild: Angela Weiss/Pool AP/dpa
Neben dem Preisgeld erhält jeder Geehrte auch eine Medaille mit dem Kopf von Alfred Nobel. (Illustration) - Bild: Angela Weiss/Pool AP/dpa

Der Chemie-Nobelpreis geht in diesem Jahr an den Franzosen Henri Kagan und den Japaner Kenso Soai für die Entdeckung nichtlinearer Effekte und der Autokatalyse in der asymmetrischen organischen Synthese.

Akademie gibt Entscheidung in Stockholm bekannt

Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit.

Forschung an spiegelbildlichen Molekülen

Bei der asymmetrischen organischen Synthese geht es darum, gezielt eine bestimmte räumliche Form eines Moleküls herzustellen. Nichtlineare Effekte und Autokatalyse können dabei eine wichtige Rolle spielen, weil Reaktionen ihre eigene bevorzugte Ausrichtung verstärken können.

Relevanz für die organische Chemie

Die ausgezeichneten Arbeiten berühren damit grundlegende Verfahren der modernen Molekülherstellung. Solche Methoden sind unter anderem für die Entwicklung und Produktion chemischer Wirkstoffe von Bedeutung.

Ein Preis für Grundlagenforschung

Die ausgezeichnete Forschung betrifft einen Kernbereich der organischen Chemie: die gezielte Herstellung spiegelbildlicher Moleküle. Solche Molekülvarianten können sich biologisch unterschiedlich verhalten, obwohl sie aus denselben Atomen bestehen. Die asymmetrische Synthese zielt darauf, bevorzugt eine dieser Formen herzustellen.

Henri Kagan prägte die Entwicklung chiral steuerbarer Reaktionen und Katalysatoren maßgeblich. Kenso Soai wurde insbesondere durch Untersuchungen zur asymmetrischen Autokatalyse bekannt. Dabei kann ein bereits gebildetes chirales Produkt die Entstehung weiterer Moleküle derselben räumlichen Ausrichtung fördern. Nichtlineare Effekte beschreiben, dass kleine Unterschiede im Ausgangszustand dadurch stark verstärkt werden können.

Bedeutung für Forschung und Anwendungen

Die Konzepte sind für die Entwicklung von Arzneimitteln, Pflanzenschutzmitteln und anderen Feinchemikalien relevant, weil dort häufig eine bestimmte Molekülform benötigt wird. Eine kontrollierte Synthese kann zudem aufwendige Trennverfahren vermeiden und Rohstoffe effizienter nutzen.

Die Preisentscheidung rückt zugleich die Verbindung zwischen klassischer Katalyse, molekularer Selbstverstärkung und Fragen der chemischen Evolution in den Mittelpunkt. Für Leser bedeutet der Preis vor allem: Fortschritte bei scheinbar abstrakten Reaktionsmechanismen können langfristig die Herstellung präziserer und wirtschaftlicherer Wirkstoffe ermöglichen.

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