Organisierte KriminalitÀt, Crime-as-a-Service

Crime-as-a-Service: Ermittler durchsuchen 82 RĂ€ume

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 12:28 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Bei einem lĂ€nderĂŒbergreifenden Schlag gegen organisierte KriminalitĂ€t wurden 82 Wohn- und GeschĂ€ftsrĂ€ume durchsucht. Im Zentrum stehen mutmaßliche GeldwĂ€sche, Scheinfirmen und die UnterstĂŒtzung des Drogenhandels.

Ermittlungen erfassen Finanz- und Transportstrukturen

  • Das PolizeiprĂ€sidium Frankfurt, die Steuerfahndung und das Hauptzollamt Rosenheim gingen gemeinsam gegen eine kriminelle Vereinigung vor.
  • Die Durchsuchungen betrafen 82 Wohn- und GeschĂ€ftsrĂ€ume in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.
  • Die Behörden vollstreckten fĂŒnf Haftbefehle und Vermögensarreste ĂŒber etwa 6,3 Millionen Euro.
  • Zehn von 53 Beschuldigten sollen ein Schattenbankwesen mit Transfers nach China betrieben haben.
Polizei (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Ermittler durchsuchen 82 RÀume in drei BundeslÀndern

Rund 1.000 Beamte sind am Dienstagmorgen im Auftrag der Staatsanwaltschaft gegen eine mutmaßliche kriminelle Vereinigung vorgegangen. Die Ermittler durchsuchten 82 Wohn- und GeschĂ€ftsrĂ€ume in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

FĂŒnf Haftbefehle und Millionenarrest

Beteiligt waren das PolizeiprĂ€sidium Frankfurt am Main, die Steuerfahndungsstelle des Finanzamtes Frankfurt und das Hauptzollamt Rosenheim. Bei den Maßnahmen vollstreckten die Behörden fĂŒnf Haftbefehle und Vermögensarreste in Höhe von etwa 6,3 Millionen Euro.

Vorwurf eines Schattenbankwesens

Die mehr als ein Jahr laufenden Ermittlungen richten sich gegen insgesamt 53 Beschuldigte. Zehn von ihnen wird vorgeworfen, ein Schattenbankwesen betrieben zu haben, ĂŒber das mehrere hundert Millionen Euro ins außereuropĂ€ische Ausland, vor allem nach China, transferiert und inkriminierte Gelder gewaschen worden sein sollen.

Scheinfirmen und Abdeckrechnungen

Den Beschuldigten werden außerdem sogenannte Abdeckrechnungen zur Beihilfe fĂŒr Schwarzarbeit sowie die Unterschlagung von 41 Kraftfahrzeugen im Wert von etwa 1,85 Millionen Euro ĂŒber Scheinfirmen vorgeworfen. Den Hauptbeschuldigten wird darĂŒber hinaus zur Last gelegt, durch die Finanzierung von Logistikdienstleistungen Beihilfe zum Handel mit BetĂ€ubungsmitteln in nicht geringer Menge geleistet zu haben.

Die fĂŒnf festgenommenen Hauptbeschuldigten sind zwischen 25 und 51 Jahre alt. Drei besitzen die tĂŒrkische Staatsangehörigkeit, einer die tĂŒrkische und deutsche und einer die afghanische und deutsche Staatsangehörigkeit.

Der Fall verbindet mehrere typische Elemente moderner organisierter KriminalitĂ€t: illegale Finanztransfers, Firmenkonstruktionen, Schwarzarbeit, Vermögensverschiebungen und logistische UnterstĂŒtzung fĂŒr den Drogenhandel. Die Ermittler sprechen von einem GeschĂ€ftsmodell, bei dem Dienstleistungen nicht nur innerhalb einer kriminellen Gruppe, sondern auch fĂŒr andere TĂ€ter angeboten werden.

Besonders relevant ist die vermutete Funktion des Schattenbankwesens. Über solche Strukturen können hohe GeldbetrĂ€ge außerhalb regulĂ€rer FinanzkanĂ€le bewegt, verschleiert und ins Ausland transferiert werden. Die genannten Abdeckrechnungen und Scheinfirmen sollen dabei den Anschein legaler GeschĂ€fte erzeugt haben.

Finanzermittlungen im Mittelpunkt

Der Vermögensarrest von rund 6,3 Millionen Euro soll verhindern, dass mutmaßlich illegal erlangte Werte verschwinden oder weitergegeben werden. Die beschlagnahmten beziehungsweise gesicherten Fahrzeuge zeigen zudem, dass die Ermittlungen neben GeldflĂŒssen auch konkrete Vermögenswerte erfassen.

Die lĂ€nderĂŒbergreifenden Maßnahmen verdeutlichen den organisatorischen Aufwand solcher Verfahren. FĂŒr die weitere AufklĂ€rung kommt es nun darauf an, Finanzströme, Scheinfirmen und mögliche Verbindungen zu Auftraggebern des Netzwerks auszuwerten. Die fĂŒnf Haftbefehle markieren dabei einen wichtigen Schritt, ersetzen aber nicht die weitere Beweisaufnahme im Ermittlungsverfahren.

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