Deutschland, Bayern

CSU-PlÀne: Drohnenflotte und Labors im All

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 14:07 Uhr | dpa.de

CSU-Chef Markus Söder sieht im Erhalt des technologischen Fortschritts einen wesentlichen Faktor fĂŒr den Wohlstand in Deutschland. Die CSU-Landesgruppe im Bundestag hat konkrete VorschlĂ€ge.

Der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Hoffmann, links, und Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder skizzieren die PlĂ€ne ihrer Partei fĂŒr die Zukunft Deutschlands.  - Bild: Daniel Vogl/dpa
Der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Hoffmann, links, und Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder skizzieren die PlĂ€ne ihrer Partei fĂŒr die Zukunft Deutschlands. - Bild: Daniel Vogl/dpa

Mit einer VerknĂŒpfung von Landesverteidigung und technologischem Fortschritt will die CSU-Landesgruppe im Bundestag Deutschland wieder aus der Krise holen. «Wenn es nicht gelingt, technologisch die Nummer 1 zu bleiben und eines der stĂ€rksten LĂ€nder der Welt, dann haben wir kaum eine Chance, ökonomisch so stark zu bleiben, wie es einmal war», sagte CSU-Parteichef Markus Söder zum Auftakt der Sommerklausur der CSU-Landesgruppe im frĂ€nkischen Kloster Banz bei Bad Staffelstein. Zu der zweitĂ€gigen Veranstaltungen werden unter anderem der Astronaut Alexander Gerst, die Unternehmerin Bonita Grupp und Ungarns Außenministerin Anita Orban als GĂ€ste erwartet.

Drohnenflotte ausbauen

Die Bundeswehr soll ihre Drohnenflotte deutlich ausbauen und mehr als 100.000 Drohnen aller GrĂ¶ĂŸenordnungen vorhalten, heißt es in einem Abschlusspapier, das die 44 CSU-Bundestagsabgeordneten am Dienstag verabschieden wollen und das der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt. Zur Weitergabe von Know-how soll die Ukraine demnach im Rahmen eines Verteidigungsabkommens verpflichtet werden. Die Ukraine hatte nach dem Angriff durch Russland erhebliche FĂ€higkeiten bei der Verteidigung mit Hilfe von Drohnen aufgebaut.

1.000 Satelliten

Die Verteidigung soll aber nicht nur in der Luft, sondern auch im All stattfinden. «Sicherheitspolitik findet immer mehr auch im Orbit statt», heißt es in einem Entwurf eines Abschlusspapiers, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. 

«Mit der Bundeswehr wollen wir eine Weltall-Flotte mit mehr als 1.000 Satelliten fĂŒr sichere Kommunikation fĂŒr vernetzte Informationen, AufklĂ€rung und ein hochprĂ€zises Lagebild durch den Einsatz etwa durch Radarsatelliten und Spezialkameras bauen.» So könne Deutschland maßgeblich die kollektive Verteidigung im NATO- und EU-Verbund stĂ€rken und Pionierarbeit bei der Absicherung des Weltraums leisten. 

Überhaupt will die CSU die AktivitĂ€ten im Weltraum ausbauen, etwa auch fĂŒr Labore zur Herstellung von Medikamenten. Wegen der Bedingungen der Schwerelosigkeit könnten dort Arzneimittel etwa zur Behandlung von Krebserkrankungen besser und wirksamer hergestellt werden. Der Zugang mĂŒsse gesichert werden. 

Mehr eigene TrÀgerraketen

«Deutschland und Europa dĂŒrfen dabei nicht in AbhĂ€ngigkeiten geraten. TrĂ€gerraketen und StartplĂ€tze sind heute das Nadelöhr europĂ€ischer SouverĂ€nitĂ€t», heißt es in dem Papier weiter. Bisher werden etwa Satelliten fast ausschließlich von dem US-Unternehmen SpaceX ins All gebracht. Auch beim Thema KĂŒnstliche Intelligenz und bei der Herstellung von Mikrochips soll Deutschland unabhĂ€ngiger von den USA und anderen internationalen Lieferanten werden.

Damit das klappt, wollen die 44 Bundestagsabgeordneten die Start-Up-Szene stĂŒtzen, mehr Wagniskapital fĂŒr neue Unternehmer bereitstellen und die Nachfolge von Inhabern im Mittelstand erleichtern. 

Um die Roboter-Industrie zu befördern, sollen weitere sogenannte Roboter-Gyms entstehen, in denen Roboter menschliche FĂ€higkeiten erlernen. Bis 2030 könnten ĂŒber eine Million neue Roboter in Betrieb genommen werden - auch um LĂŒcken zu schließen, die durch den Mangel an FachkrĂ€ften in einzelnen Berufen entstehen - von der Industrie bis zur Pflege.

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