CSU, Rentenpolitik

CSU-Generalsekretär Huber verteidigt Mütterrente für Millionen Frauen

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

CSU-Generalsekretär Martin Huber stellt sich klar hinter die Mütterrente und weist Forderungen aus dem CDU-Arbeitnehmerflügel nach einem Ende der Leistung zurück. Die innerparteiliche Debatte in der Union über den Kurs in der Sozial- und Rentenpolitik gewinnt damit an Schärfe.

CSU verteidigt Mütterrente gegen Kritik aus CDU-Arbeitnehmerflügel
Seniorin mit Helferin (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

CSU-Generalsekretär Martin Huber verteidigt die Mütterrente nach deutlicher Kritik aus dem Arbeitnehmerflügel der CDU und bezeichnet die Leistung als Frage von Gerechtigkeit und Wertschätzung. Nach seinen Angaben profitieren fast zehn Millionen Frauen in Deutschland von der zusätzlichen Rentenleistung für Mütter.

Huber pocht auf Bestand der Mütterrente

Huber betonte, die Mütterrente sei für seine Partei ein Prestige-Projekt und dürfe nicht zur Disposition gestellt werden. Die zusätzliche Anerkennung von Erziehungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung habe für viele Frauen spürbare finanzielle Bedeutung im Alter und sei Ausdruck politischer Anerkennung ihrer Lebensleistung.

Besonders hebt Huber die soziale Komponente hervor: Eine Abschaffung der Mütterrente wäre aus seiner Sicht unsozial und ungerecht. Damit stellt er klar, dass die CSU die bestehende Regelung als dauerhaft zu sichernde Errungenschaft betrachtet.

Kritik aus dem CDU-Arbeitnehmerflügel

Ausgelöst wurde die Debatte durch Äußerungen von Dennis Radtke, dem Vorsitzenden der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft Deutschlands (CDA). Radtke hatte in der „Bild am Sonntag" das Ende der Mütterrente gefordert und damit eine Kernforderung der CSU infrage gestellt.

Huber reagierte scharf auf den Vorstoß des CDA-Chefs und zeigte sich irritiert darüber, dass ausgerechnet der Sozialflügel der CDU die Mütterrente abschaffen wolle. Für ihn ist unverständlich, wie ein Vorsitzender des Arbeitnehmerflügels eine Leistung angreifen könne, die aus seiner Sicht vor allem sozial Schwächeren zugutekommt.

CSU setzt klares Signal

Mit seiner Stellungnahme verbindet Huber eine klare Botschaft: Für die CSU steht fest, dass die Mütterrente erhalten bleiben soll. Die Partei macht damit deutlich, dass sie am bisherigen Konzept festhalten und die zusätzlichen Rentenansprüche für Mütter gegen parteiinterne Kritik verteidigen will.

Die Kontroverse unterstreicht zugleich die unterschiedlichen Akzente innerhalb der Union in der Sozialpolitik. Während Teile der CDU über eine Neupriorisierung nachdenken, setzt die CSU in der Rentenfrage weiter auf die starke Betonung familienpolitischer Leistungen.

Die Auseinandersetzung um die Mütterrente berührt einen Kernkonflikt der unionsinternen Sozialpolitik: Wie weit soll Beitrags- und Steuerrecht zugunsten familienpolitischer Leistungen umgebaut werden, und wer trägt die Kosten im Rentensystem? Die Mütterrente, also zusätzliche Rentenpunkte für Eltern älterer Kinder, ist seit Jahren ein zentrales Projekt der CSU und richtet sich vor allem an Frauen, die aufgrund von Kindererziehung geringere Erwerbsbiografien haben.

Hintergrund der Mütterrente

Die Mütterrente wurde in mehreren Stufen ausgeweitet und ist politisch eng mit der unionsgeführten Bundesregierung vergangener Jahre verknüpft. Sie soll die Erziehungsleistung der Eltern finanziell besser anerkennen und Altersarmut von Müttern mindern, ist aber auch teuer für die Rentenkasse beziehungsweise den Bundeshaushalt. Kritiker monieren seit Langem, dass die Leistung nicht zielgenau ist, weil sie auch an Eltern mit stabiler finanzieller Lage gezahlt wird und keine Bedürftigkeitsprüfung kennt.

Union im sozialpolitischen Spannungsfeld

Die Wortmeldung von Dennis Radtke aus dem Arbeitnehmerflügel der CDU zeigt, dass sich innerhalb der Union die Prioritäten verschieben. Der Sozialflügel drängt verstärkt auf systematische Reformen, eine stärkere Fokussierung auf Bedürftigkeit und eine solide Gegenfinanzierung sozialer Leistungen. Die CSU hingegen betont den Gerechtigkeitsaspekt gegenüber der Generation von Müttern, die lange vor dem heutigen Kita-Ausbau Kinder betreut und dadurch Erwerbschancen eingebüßt haben.

Bedeutung für Betroffene und Ausblick

Für die knapp zehn Millionen Frauen, die von der Mütterrente profitieren, ist die Debatte mehr als ein innerparteilicher Richtungsstreit: Sie berührt die Frage, ob bestehende Ansprüche langfristig politisch unumstritten bleiben. Zugleich dürfte die Union die Kontroverse im Blick behalten, weil sie das Profil in der Familien- und Sozialpolitik schärft. Ob die Mütterrente künftig verändert, gezielter ausgerichtet oder im jetzigen Umfang erhalten wird, hängt von Mehrheiten im Bundestag und den finanziellen Spielräumen kommender Haushalte ab.

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