Deutschland, Haushalt

Bundesregierung will «Zuckerabgabe» einführen

28.04.2026 - 13:14:11 | dpa.de

Das Kabinett will am Mittwoch Eckwerte des Haushalts 2027 beschließen. Was steckt da drin? Dies sind zentrale Punkte.

  • Auch die Steuern auf Alkohol und Tabak sollen steigen. (Symbolbild) - Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa
    Auch die Steuern auf Alkohol und Tabak sollen steigen. (Symbolbild) - Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa
  • Der Haushalt soll am Mittwoch vom Kabinett auf den Weg gebracht werden. (Archivbild)  - Foto: Kay Nietfeld/dpa
    Der Haushalt soll am Mittwoch vom Kabinett auf den Weg gebracht werden. (Archivbild) - Foto: Kay Nietfeld/dpa
  • Geplant ist auch eine Erhöhung der Alkohol- und Tabaksteuer. (Illustration)  - Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa
    Geplant ist auch eine Erhöhung der Alkohol- und Tabaksteuer. (Illustration) - Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa
Auch die Steuern auf Alkohol und Tabak sollen steigen. (Symbolbild) - Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa Der Haushalt soll am Mittwoch vom Kabinett auf den Weg gebracht werden. (Archivbild)  - Foto: Kay Nietfeld/dpa Geplant ist auch eine Erhöhung der Alkohol- und Tabaksteuer. (Illustration)  - Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Die Bundesregierung plant die Einführung einer «Zuckerabgabe». Zur Konsolidierung des Haushalts ist daneben eine Erhöhung der Alkohol- und Tabaksteuer sowie der Abbau von Finanzhilfen geplant, wie es aus Kreisen des Finanzministeriums hieß. 

Hintergrund sind Empfehlungen einer Kommission für die Reform zur Entlastung der gesetzlichen Krankenversicherungen. Das von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingesetzte Gremium schlug dafür unter anderem auch die Einführung einer gestaffelten Steuer auf zuckergesüßte Erfrischungsgetränke wie Colas und Limonaden vor. In den Kreisen des Finanzministeriums ist nun von einer Abgabe die Rede. 

Die Kommission hatte auch eine Erhöhung der Tabaksteuer sowie der Spirituosensteuer vorgeschlagen. Eine höhere Tabaksteuer hatte die Bundesregierung bereits angekündigt. Die Rede ist in den Kreisen außerdem von einer Plastikabgabe.

Eckwerte im Kabinett

Das Kabinett will an diesem Mittwoch Eckwerte des Haushalts 2027 sowie der Finanzplanung für die folgenden Jahre beschließen. Geplant sind im kommenden Jahr im Kernhaushalt Ausgaben von rund 543 Milliarden Euro - das sind deutlich mehr als in diesem Jahr. Deutlich steigen sollen die Verteidigungsausgaben. Der Bund plant im Kernhaushalt neue Schulden in Höhe von 110,8 Milliarden, auch das ist mehr als 2026. Dazu kommen schuldenfinanzierte Ausgaben im Sondervermögen zur Modernisierung der Infrastruktur.

Es sei durch verschiedene Maßnahmen gelungen, eine Milliardenlücke im Haushalt 2027 zu schließen, hieß es. Für 2028 bestehen aber nach wie vor große Lücken. Der sogenannte Handlungsbedarf habe aber auf unter 30 Millireden Euro mehr als halbiert werden können, wie es aus den Kreisen des Finanzministeriums hieß. 

Reform der Einkommensteuer

Die Koalition hat angekündigt, mit Wirkung zum 1. Januar 2027 eine große Reform der Einkommensteuer zur dauerhaften Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen umzusetzen. Das kostet viele Milliarden. In der Koalition gibt es bisher keine Einigung, wie genau eine solche Reform aussehen soll - und wie sie finanziert werden soll. Die SPD will eine «aufkommensneutrale» Reform. Das bedeutet: Eine Entlastung von niedrigen und mittleren Einkommen soll durch eine höhere Belastung der höheren Einkommen finanziert wird. Konkret soll der Reichensteuersatz früher einsetzen. Dazu zeigte sich nun auch CSU-Chef Markus Söder offen.

Debatte über Schuldenbremse

SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hat das Aussetzen der Schuldenbremse ins Spiel gebracht, falls die Iran-Krise mit ihren massiven wirtschaftlichen Auswirkungen andauert. Im schlimmsten Fall müssten alle Optionen auf den Tisch, dazu könne auch zählen, eine Haushaltsnotlage auszurufen zu fassen und womöglich neue Schulden aufzunehmen, so Miersch. Aus der Union kam umgehend heftige Kritik.

Technisch spricht man von einem «Überschreitungsbeschluss». Das Grundgesetz ermöglicht es, dass in «außergewöhnlichen Notsituationen» Kreditobergrenzen überschritten werden können. Ein Streit über die Schuldenbremse führte maßgeblich zum Bruch der früheren Ampel aus SPD, Grünen und FDP.

Der Iran-Krieg hat Preissprünge bei Öl und Gas ausgelöst. Die Bundesregierung halbierte ihre Konjunkturprognose und erwartet für dieses Jahr nur noch ein Mini-Wachstum von 0,5 Prozent.

Von Anfang Mai bis Ende Juni soll ein Tankrabatt die Spritpreise senken. Falls der Iran-Krieg aber länger andauert und die wirtschaftlichen Folgen immer massiver werden, könnte die Koalition in Zugzwang kommen, weitere Entlastungen zu beschließen - was wiederum viel Geld kosten könnte.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | politik | 69251809 |

Weitere Meldungen

Neue Abgaben, höhere Schulden - das ist im Haushalt geplant. Was steckt da drin? Dies sind zentrale Punkte. Das Kabinett will am Mittwoch Eckwerte des Haushalts 2027 beschließen. (Politik, 28.04.2026 - 15:04) weiterlesen...

EU-Haushalt: Parlament geht auf Konfrontationskurs zu Berlin. Geld soll auch aus neuen Quellen kommen. Die Europäische Kommission schlägt für die Jahre nach 2028 einen Gemeinschaftsetat mit fast zwei Billionen Euro Umfang vor - das reicht den Abgeordneten nicht. (Ausland, 28.04.2026 - 12:57) weiterlesen...

Haushalt und Gesundheitsreform: Koalition auf Zielgerade. Jetzt sind Union und SPD überzeugt, dass sie sich einig werden - und das Kabinett am Mittwoch wichtige Beschlüsse fassen kann. Lange wurde gestritten. (Politik, 28.04.2026 - 03:00) weiterlesen...

Merz sieht Notlage für neue Schulden «im Augenblick nicht». Die Union ist «not amused». Der Kanzler äußert sich noch recht diplomatisch. Die SPD bringt eines ihrer Lieblingsthemen wieder auf den Tisch: die Schuldenbremse. (Politik, 27.04.2026 - 20:09) weiterlesen...

Merz: Gesundheitsreform und Haushalt am Mittwoch im Kabinett. Die Zufriedenheit mit ihrer Arbeit sinkt dramatisch. Die Union sieht nur einen Weg, aus dem Tief herauszukommen. In der kommenden Woche ist die schwarz-rote Bundesregierung ein Jahr im Amt. (Politik, 27.04.2026 - 19:25) weiterlesen...

Merz: Gesundheitsreform «praktisch fertig» Noch laufen die Verhandlungen über das Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung in der Koalition. (Politik, 27.04.2026 - 18:55) weiterlesen...