Hamburger Cum-Ex-AffÀre kommt nun doch vor Bonner Landgericht
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 09:24 Uhr | dts-nachrichtenagentur.deKonkret gehe es dabei um die Hamburger Finanzbeamtin P. und die Frage, ob die Frau der Bank geholfen habe, 90 Millionen Euro zu Unrecht vereinnahmtes Steuergeld erst einmal behalten zu dĂŒrfen. Diesen Verdacht sieht die Staatsanwaltschaft Köln und hatte eine fast 600 Seiten schwere Anklage gegen P. wegen "Beihilfe zur Steuerhinterziehung" beim Bonner Landgericht eingereicht.
Dieses hatte die Anklage zwar nicht zugelassen, weil angeblich "keine ausreichende Wahrscheinlichkeit" fĂŒr strafbares Handel vorliege, die Staatsanwaltschaft hatte aber Beschwerde eingelegt und nun vor dem OLG Köln Recht bekommen. Zwar verkenne der Senat nicht, dass einzelnen Gesichtspunkten im Handeln von Frau P. bei isolierter Betrachtung ein eher geringes Gewicht zukomme, wie der WDR aus dem 30 Seiten langen Beschluss vom 10. August zitiert, gerade in der Zusammenschau mit deutlich belastenden UmstĂ€nden wĂŒrden sich die einzelnen Verdachtsmomente jedoch gegenseitig verstĂ€rken und zusammenfĂŒgen.
Damit werde in der AffĂ€re zum ersten Mal eine Vertreterin des Staates auf der Anklagebank sitzen. Bislang mussten sich nur Banker, SteueranwĂ€lte und AktienhĂ€ndler verschiedener Firmen fĂŒr den Steuerdiebstahl verantworten.
