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Internationale Airlines gegen höhere Luftverkehrssteuer

20.12.2023 - 14:09:29 | dpa.de

Der Airline-Verband Barig sowie die Fluggesellschaft Easyjet GB00B7KR2P84 haben sich gegen die von der Bundesregierung geplante Erhöhung der Luftverkehrssteuer gewandt.

Sie sei zwar im Vergleich zur wieder verworfenen nationalen Kerosinsteuer das kleinere Übel, belaste aber Passagiere und Branche mit weiteren Kostensteigerungen, sagte Barig-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Michael Hoppe am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Immer höhere Preise fĂŒhren zu einer geringeren Nachfrage." Barig vertritt sĂ€mtliche in Deutschland aktiven Fluggesellschaften aus dem In- und Ausland.

Schon heute leide der Luftverkehrsstandort Deutschland unter extrem hohen GebĂŒhren an den FlughĂ€fen und im Luftraum. Es sei kein Zufall, dass sich der Luftverkehr in Deutschland deutlich langsamer erhole als im ĂŒbrigen Europa. "In anderen LĂ€ndern wird der Luftverkehr eher als Job- und Wirtschaftsmotor gesehen", meinte Hoppe. "Dieses GefĂŒhl verlĂ€sst uns manchmal in Deutschland."

Die zwischenzeitlich von der Ampel-Koalition erwogene und nun abgesagte Kerosinsteuer auf InlandsflĂŒge hĂ€tte nach Hoppes EinschĂ€tzung zu groben Wettbewerbsnachteilen fĂŒr die deutschen Gesellschaften gefĂŒhrt. Sein Verband setze sich stets fĂŒr faire Wettbewerbsbedingungen ein.

Auch der Ryanair IE00BYTBXV33-Konkurrent Easyjet erwartet negative Folgen bei den Ticketpreisen. Leidtragende der Regierungspolitik sei die deutsche Bevölkerung, die bereits die höchsten Flugpreise in Europa zahle, erklĂ€rte Deutschland-Chef Stephan Erler. Easyjet hĂ€tte eine höhere Mehrwertsteuer auf InlandsflĂŒge bevorzugt.

Die Fluggesellschaft kritisierte zudem das kurzfristige Handeln der Bundesregierung. Wenige Tage vor Beginn des neuen Jahres seien Steuern, Abgaben und GebĂŒhren fĂŒr AbflĂŒge von deutschen FlughĂ€fen noch immer nicht verbindlich geregelt. Dabei sei ein Großteil der Tickets fĂŒr das kommende Halbjahr bereits verkauft.

Die 2011 eingefĂŒhrte Ticketsteuer brachte im vergangenen Jahr knapp 1,2 Milliarden Euro Einnahmen fĂŒr den Staat ein. Je nach Endziel der Reise werden zwischen 12,73 und 58,06 Euro pro Ticket fĂ€llig, was die Anbieter in der Regel an die Passagiere weitergeben. Die Bundesregierung will aus der Steuer nun zusĂ€tzliche Einnahmen in einer Höhe erzielen, die den Verzicht auf die nationale Kerosinsteuer ausgleicht. Ein Regierungssprecher hatte am Dienstag von bis zu 580 Millionen Euro jĂ€hrlich gesprochen. Das wĂ€re eine Steigerung der bisherigen Einnahmen um rund 50 Prozent.

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