Kretschmann wirft GrĂŒnen ungeklĂ€rtes VerhĂ€ltnis zur Migration vor
08.05.2025 - 06:00:00 | dts-nachrichtenagentur.deIn dieser Frage herrsche "keine wirkliche Klarheit in meiner Partei bis heute, und das haben wir nun bitter bezahlt durch eine schwere Wahlniederlage". Das Asylrecht und die Genfer FlĂŒchtlingskonvention dienten dazu, politisch Verfolgte und KriegsflĂŒchtlinge aufzunehmen. Sie seien nicht dafĂŒr da, dass sich Menschen aus Perspektivlosigkeit auf den Weg nach Deutschland machten, sagte Kretschmann. Das geschehe aber zu einem erheblichen Teil, und RĂŒckfĂŒhrungen seien schwierig. "Dann gerĂ€t es Asylrecht so unter Druck, dass es anfĂ€ngt zu erodieren." Wenn man regulĂ€re und irregulĂ€re Migration nicht trenne, "dann haben wir den Zustand, den wir jetzt haben, und da muss man sich nicht wundern, wenn die rechtspopulistischen Parteien ĂŒberall so zunehmen", mahnte der MinisterprĂ€sident, "und wenn die was zu sagen haben, dann ist es aus mit einer humanitĂ€ren FlĂŒchtlingspolitik". Kretschmann hob die Bedeutung von Transitzentren an den EU-AuĂengrenzen vor, wie sie die europĂ€ische Asylreform vorsieht. "Wir wissen einfach, wenn jemand mal die Grenze ĂŒberschritten hat, ist es ganz schwierig, weil wir sind ein Rechtsstaat, die wieder loszubekommen. Die haben vielleicht keine Papiere. Ja, wo schieben Sie die dann zurĂŒck? Also, das sind alles Probleme", so der GrĂŒnen-Politiker. "Deswegen: Transitzentren machen an den Grenzen. Dass jemand an die Grenze kommt und Asyl sagt, und dann mĂŒssen wir ihn reinlassen, das geht auf Dauer nicht, es funktioniert einfach nicht." Der Landesregierungschef verwies auf BeschlĂŒsse der MinisterprĂ€sidentenkonferenz zur Migration - und appellierte an die kĂŒnftige Bundesregierung, diese umzusetzen: "Wir brauchen ein funktionsfĂ€higes FlĂŒchtlings- und Asylsystem, dazu haben wir entsprechende VorschlĂ€ge gemacht in der MinisterprĂ€sidentenkonferenz, und die wird die neue Regierung jetzt mit Sicherheit umsetzen. Da sind wir mal gespannt, was sie uns vorlegen." Als seine schwerste politische Entscheidung bezeichnete Kretschmann seine Zustimmung im Bundesrat zur Einstufung der Westbalkanstaaten Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina als sichere HerkunftslĂ€nder im Jahr 2014. Er habe gewusst, "dass ich mit einem groĂen Teil meiner Partei, also muss sagen, mit der Mehrheit meiner Partei richtig handfest anlege", so Kretschmann. "Und das war auch so, das ist auf breites UnverstĂ€ndnis gestoĂen, dass ich dem zugestimmt habe und das hat mir die Partei viele Jahre, wenn man so sagen will, nicht wirklich verziehen."
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