Wohngeld, SPD Berlin

Berliner SPD-Spitzenkandidat Krach stellt sich gegen Wohngeld-Kürzungen

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach stellt sich im Wahlkampf klar gegen die geplanten Kürzungen beim Wohngeld und fordert deren vollständige Rücknahme. Unterstützung erhält er von Linken-Chefin Ines Schwerdtner, während Bundesbauministerin Verena Hubertz die Einschnitte grundsätzlich verteidigt, aber Nachbesserungen offenlässt.

Berliner SPD-Spitzenkandidat will Rücknahme der Wohngeld-Kürzungen
Wohnungen in einem Plattenbau (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der Berliner SPD-Spitzenkandidat und Landesvorsitzende Steffen Krach fordert die Rücknahme der geplanten Einsparungen beim Wohngeld und stellt sich damit klar gegen die Kürzungspläne der Bundesregierung. Die SPD Berlin lehnt die vorgesehenen Einschnitte ab und verlangt, dass sie nicht umgesetzt werden.

Krach kritisiert soziale Schieflage der Sparpläne

Krach verweist darauf, dass in Berlin rund 55.000 Menschen auf Wohngeld angewiesen sind und die geplanten Kürzungen im Straßenwahlkampf ein zentrales Thema geworden sind. Er betont, er könne einem Rentner oder einer alleinerziehenden Mutter, die trotz Arbeit ihre Miete nicht zahlen können und auf Wohngeld angewiesen sind, nicht erklären, warum bei ihnen gespart werden solle, während das Dienstwagenprivileg unberührt bleibe. Diese Politik sei aus seiner Sicht „keine sozialdemokratische Politik“.

Linken-Chefin Schwerdtner spricht von „Armutsprogramm“

Ähnlich äußert sich Linken-Chefin Ines Schwerdtner, die vor den Folgen der Kürzungspläne warnt. Unabhängig von Gesundheit, Pflege und Rente seien es aus ihrer Sicht vor allem die Einschnitte beim Wohngeld, die wie ein Armutsbeschleuniger wirken würden. Nach ihren Angaben sichert das Wohngeld derzeit 2,5 Millionen Menschen in 1,2 Millionen Haushalten ab. Die Bundesregierung mache ausgerechnet bei denen die Kasse leer, die ohnehin jeden Euro zweimal umdrehen müssten, erklärte Schwerdtner und bezeichnete die Pläne als „kein Sparprogramm, sondern ein Armutsprogramm“.

Bundesbauministerin Hubertz signalisiert Nachbesserungsbereitschaft

Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) hatte die geplanten Kürzungen beim Wohngeld zuvor in einem Interview verteidigt. Zugleich zeigte sie sich offen für Änderungen im parlamentarischen Verfahren. Sie wisse, was die Einschnitte für viele Menschen bedeuten würden, sagte Hubertz. In den Beratungen im Bundestag werde das Thema eine wichtige Rolle spielen, und diese Diskussion unterstütze sie ausdrücklich.

Die Forderung des Berliner SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach nach einer Rücknahme der geplanten Wohngeld-Kürzungen fällt in eine Phase angespannter sozialpolitischer Debatten. Die Bundesregierung arbeitet an einem Sparpaket, in dem auch Einschnitte beim Wohngeld vorgesehen sind. Das Wohngeld ist eine einkommensabhängige Leistung, die Haushalten mit niedrigen Einkommen helfen soll, die Wohnkosten zu tragen.

Sozialpolitische Dimension der Wohngeld-Pläne

Wenn Krach die Kürzungen als „nicht sozialdemokratische Politik“ bezeichnet, stellt er sich damit deutlich gegen eine Linie, die von Teilen der eigenen Bundespartei mitgetragen wird. In Berlin mit seinen hohen Mieten und einer angespannten Wohnungssituation trifft die Diskussion eine große Zahl Betroffener, die von steigenden Wohnkosten und begrenzten Einkommen gleichermaßen belastet sind. Die von Ines Schwerdtner genannten 2,5 Millionen Menschen in 1,2 Millionen Haushalten verdeutlichen die bundesweite Tragweite der Wohngeldregelungen.

Spannungen innerhalb der SPD und politische Frontlinien

Bemerkenswert ist, dass Bundesbauministerin Verena Hubertz, ebenfalls SPD, die geplanten Kürzungen grundsätzlich verteidigt, zugleich aber Korrekturen im parlamentarischen Verfahren ausdrücklich unterstützt. Daraus ergibt sich ein Spannungsfeld innerhalb der Partei: Einerseits steht der Anspruch, Haushaltslöcher zu schließen, andererseits der Kern sozialdemokratischer Profilierung als Schutzschirm für Menschen mit niedrigen Einkommen. Die Linke nutzt diese Konstellation, um die Kürzungen als „Armutsprogramm“ zu kritisieren und sich als konsequente Anwältin der einkommensschwachen Haushalte zu positionieren.

Bedeutung für Berlin und mögliche Folgen

Für Berlin könnten Kürzungen beim Wohngeld den Druck auf kommunale Hilfesysteme und auf den Wohnungsmarkt weiter erhöhen, weil betroffene Haushalte stärker auf andere Unterstützungsleistungen angewiesen wären oder ihre Wohnungen verlieren könnten. Im Straßenwahlkampf, von dem Krach spricht, wird die Wohngeld-Frage damit zu einem Testfall für Glaubwürdigkeit: Ob die SPD in der Hauptstadt ihre Forderung nach Rücknahme der Kürzungen gegenüber der Bundesebene durchsetzen kann, dürfte für viele Mieterinnen und Mieter zum Lackmustest für die soziale Ausrichtung der Partei werden.

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