Kelber, Chatkontrolle

Kelber hĂ€lt Chatkontrolle fĂŒr brandgefĂ€hrliches Signal

21.06.2024 - 00:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Der Bundesbeauftragte fĂŒr Datenschutz und Informationsfreiheit, Ulrich Kelber, hĂ€lt die auf EU-Ebene diskutierte "Chatkontrolle" zum Schutz gegen sexualisierte Gewalt an Kindern fĂŒr einen Irrweg.

Junge Leute mit Smartphone (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Die sogenannte Chatkontrolle bietet kaum Schutz fĂŒr Kinder, wĂ€re aber Europas Einstieg in eine anlasslose und flĂ€chendeckende Überwachung der privaten Kommunikation. Es wĂ€re ein brandgefĂ€hrliches Signal in die verkehrte Richtung", sagte Kelber dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Viele Menschen wĂŒrden die Technik aus Angst vor Überwachung nicht mehr nutzen, es wĂŒrden unnötig große Sicherheitsrisiken geschaffen und PrivatsphĂ€re-schonende Technologien benachteiligt." Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, dass Anbieter wie Google oder Facebook unter bestimmten UmstĂ€nden verpflichtet werden können, ihre Dienste mithilfe von Software nach Missbrauchsdarstellungen von Kindern zu durchsuchen.

Weil sich keine ausreichende Mehrheit dafĂŒr abzeichnete, wurde die fĂŒr Donnerstag abgesetzte Abstimmung darĂŒber von der belgischen RatsprĂ€sidentschaft verschoben. Ungarn könnte bei seiner bevorstehenden EU-RatsprĂ€sidentschaft ab Juli erneut versuchen, eine Einigung zwischen den EU-Staaten zu erzielen. Die Unionsfraktion im Bundestag befĂŒrwortet einen neuen Anlauf. "Die Ampel prĂ€sentiert sich beim Thema Kinderschutz im digitalen Raum als Total-Blockierer, ohne aber zu erklĂ€ren, was sie denn stattdessen fĂŒr einen besseren Kinderschutz vorschlĂ€gt", sagte ihr rechtspolitischer Sprecher, GĂŒnter Krings, dem RND. Die juristische Ausgestaltung einer Chatkontrolle mĂŒsse mit geltenden europĂ€ischen und deutschen Grundrechten sowie der EuGH-Rechtsprechung selbstverstĂ€ndlich vereinbar sein, so Krings. "DafĂŒr bieten die VorschlĂ€ge der EU-Kommission und der belgischen RatsprĂ€sidentschaft eine gute Grundlage."

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