Steuern, Gesundheit

Zollgewerkschaft kritisiert TabaksteuerplÀne als realitÀtsfern

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 05:00 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Der Bundesvorsitzende der BDZ Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft warnt vor einer deutlichen Erhöhung der Tabaksteuer.

Zollgewerkschaft kritisiert TabaksteuerplÀne als realitÀtsfern
Zoll (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Die Erwartung sprudelnder Mehreinnahmen sei realitĂ€tsfern, sagte Thomas Liebel der "Welt". Je grĂ¶ĂŸer die PreislĂŒcke zwischen legaler und illegaler Ware, desto attraktiver werde Steuerbetrug.

Höhere Preise wĂŒrden viele Raucher direkt auf den Schwarzmarkt treiben. Beim Shisha-Tabak habe der Schwarzmarkt den legalen Handel vielerorts bereits verdrĂ€ngt. "Wer die Steuerlast weiter erhöht, riskiert, dass sich dieses Szenario auf den gesamten Zigarettenmarkt ĂŒbertrĂ€gt", sagte Liebel. Am Ende verliere der Staat Einnahmen, wĂ€hrend an anderer Stelle Rekordgewinne eingefahren wĂŒrden. "Die geplante Tabaksteuererhöhung wird zum Konjunkturprogramm fĂŒr die organisierte KriminalitĂ€t", sagte Liebel. Die BDZ hat nach eigenen Angaben 26.000 Mitglieder und vertritt damit als grĂ¶ĂŸte Fachgewerkschaft rund die HĂ€lfte aller Zöllner. Der Zoll ist fĂŒr die Erhebung einer Reihe von Steuern zustĂ€ndig.

Liebel dĂ€mpfte zudem die Erwartungen bezĂŒglich des Starttermins der geplanten Steuer auf besonders zuckerhaltige GetrĂ€nke. Die EinfĂŒhrung einer Zuckersteuer zum 1. Januar 2027 sei schlicht unrealistisch. Es fehlten selbst grundlegende Eckpunkte, geschweige denn ein Gesetzentwurf. Allein die notwendige IT-Infrastruktur benötige etwa ein Jahr Entwicklungszeit, sagte er. FrĂŒhestens Mitte 2027 könne er sich den Start der Zuckersteuer vorstellen. Gleiches gelte fĂŒr die geplante Plastiksteuer. "Hier ist nicht einmal klar definiert, was ĂŒberhaupt besteuert werden soll." FĂŒr Erhebung und Kontrolle der Zuckersteuer seien rund 300 zusĂ€tzliche Stellen notwendig. Der ErfĂŒllungsaufwand liege im mittleren zweistelligen Millionenbereich. "Eine Zuckersteuer mag gesundheitspolitisch begrĂŒndbar sein - aus Sicht eines Vertreters des Zolls ist sie vor allem ein BĂŒrokratiemonster", sagte Liebel.

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