EnBW-Chef kritisiert PlĂ€ne fĂŒr KraftwerkskapazitĂ€ten
06.09.2024 - 06:12:14 | dpa.de"Angesichts des Zeitdrucks kann ich nicht nachvollziehen, warum wir uns hier nicht an bereits bestehenden und funktionierenden Modellen orientieren", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
Wegen des massiven Ausbaus erneuerbarer Energien aus Wind und Sonne soll das Stromsystem umfassend reformiert werden. Unter anderem soll bis zum Jahr 2028 ein sogenannter KapazitĂ€tsmechanismus eingefĂŒhrt werden. Dabei geht es darum, dass Anbieter dafĂŒr honoriert werden, dass sie sogenannte steuerbare KraftwerkskapazitĂ€ten bereitstellen - auch wenn die Kraftwerke möglicherweise nur wenige Stunden im Jahr laufen. Nötig ist das vor allem fĂŒr jene Zeiten, in denen der Strombedarf nicht allein aus den Erneuerbaren gedeckt wird. Das Ministerium hatte dazu Anfang August VorschlĂ€ge vorgelegt.
Stamatelopoulos sprach von einer Art Feuerwehr des Systems. Er kritisierte, dass sich Deutschland nicht an Modellen in anderen LĂ€ndern orientiere. "Es gĂ€be Vorbilder in der EU." Die EuropĂ€ische Union habe auch den KapazitĂ€tsmarkt im Vereinigten Königreich genehmigt, der von der Struktur her mit dem deutschen relativ gut vergleichbar sei. "Aber wieder will Deutschland einen eigenen, extrem komplizierten Weg einschlagen. DafĂŒr nehmen wir in Kauf, dass es teurer wird und dass es wahrscheinlich in 2028 nicht fertig sein wird."
Stamatelopoulos war vor einem halben Jahr nach dem ĂŒberraschenden Abgang von Andreas Schell an die Spitze des Karlsruher Konzerns gerĂŒckt. 2023 hatte die Energie Baden-WĂŒrttemberg AG (EnBW) mit einem Ergebnis von 6,37 Milliarden Euro abgeschlossen, was ein Plus von gut 60 Prozent bedeutete. FĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr geht das Unternehmen von einem RĂŒckgang auf 4,6 bis 5,2 Milliarden Euro aus.
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