BauernverbÀnde, Inflationszuschlag

BauernverbÀnde verlangen Inflationszuschlag bei Tierwohlabgabe

08.02.2024 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Der Deutsche Bauernverband (DBV) will eine höhere "Tierwohlabgabe" als ursprĂŒnglich von der Expertenkommission "Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung" vorgeschlagen.

Bauernproteste (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Die Borchert-Kommission hatte fĂŒr den Umbau der gesamten Tierhaltung seinerzeit konkrete VorschlĂ€ge gemacht", sagte DBV-GeneralsekretĂ€r Bernhard KrĂŒsken den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben). "Da diese Vorgaben im Zuge des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes mittlerweile noch erhöht worden sind und wir zusĂ€tzlich inflationsbedingte Kostensteigerungen haben, bedarf es hier einer Neukalkulation." Auch der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bĂ€uerliche Landwirtschaft (AbL), Martin Schulz, sprach sich fĂŒr eine höhere Abgabe aus.

"Die Höhe sollte sich am Vorschlag der Borchert-Kommission plus Inflationszuschlag orientieren. Das bedeutet in der Endstufe mindestens 40 Cent pro Kilo Fleisch", sagte Schulz. "Die Hauptkosten entfallen nicht auf den Umbau der StĂ€lle, sondern auf die Mehrarbeit in den StĂ€llen, die eine artgerechte Tierhaltung erfordert", erklĂ€rte er. FĂŒr die Umbauten und bessere Tierhaltung brauchten die Bauern 4 Milliarden Euro pro Jahr - und dies ĂŒber die nĂ€chsten 20 Jahre. Eine Tierwohlabgabe sei notwendig, um die Stallumbauten und den höheren Aufwand fĂŒr die Tierhaltung mitzufinanzieren. "Wenn wir den Umbau der Tierhaltung wollen und weiterhin Fleisch aus Deutschland essen wollen, kommen wir an diesem Weg nicht vorbei. Ohne Tierwohlabgabe ist dies nicht möglich. Der Markt regelt dies nicht alleine", so Schulz. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte zuvor ein Konzept zur EinfĂŒhrung eines sogenannten "Tierwohlcents" den Fraktionen der Ampel-Regierung vorgelegt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert, dass eine Tierwohlabgabe an Bedingungen geknĂŒpft und zeitlich begrenzt werden mĂŒsse. Verbraucher mĂŒssten "sich darauf verlassen können, dass der Aufpreis, den sie zahlen, auch an der richtigen Stelle ankommt", sagte die VZBV-VorstĂ€ndin Ramona Pop den Funke-Zeitungen. Die Zahlungen sollten daher nur an die Landwirte gehen, die "nachweislich fĂŒr mehr Tierwohl in ihren StĂ€llen sorgen", so Pop. Die Tierwohlabgabe dĂŒrfe nicht zu einer dauerhaften finanziellen Belastung fĂŒr Verbraucher werden. "Die Abgabe ist sinnvoll, um den Umbau der Tierhaltung zu unterstĂŒtzen, allerdings zeitlich beschrĂ€nkt", so die VerbraucherschĂŒtzerin. "Langfristig mĂŒssen sich am Markt kostendeckende Preise bilden."

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