Fußball-Co-Trainer Peter Hermann: Deutscher Fußball trauert um prägende Trainer-Ikone
Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 10:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer deutsche Fußball trauert um den langjährigen Co-Trainer Peter Hermann, der im Alter von 74 Jahren verstorben ist.
Emotionale Reaktionen am Bundesliga-Spieltag
Der Tod Hermanns hat den aktuellen Bundesliga-Spieltag überschattet. Borussia Dortmunds Trainer Niko Kovac zeigte sich sichtlich bewegt und sprach von einem „tollen Menschen“, der von allen geschätzt worden sei. Ein später geplantes Interview für das „Sportstudio“ sagte er ab, der Verlust traf ihn sichtbar hart. Auch andere Weggefährten reagierten betroffen auf die Nachricht vom Tod des Mannes, den viele als Idealbild eines Co-Trainers betrachten.
Verdienste bei Bayer Leverkusen und Bayern München
Besonders eng verbunden war Hermann mit Bayer Leverkusen, wo er über fast drei Jahrzehnte hinweg als Co-Trainer, Interimscoach, Trainer der zweiten Mannschaft und Scout wirkte. Der Klub betonte, er sei „der Co-Trainer schlechthin in Deutschland“ gewesen und habe den Verein maßgeblich geprägt. Große Bekanntheit erlangte Hermann auch beim FC Bayern München, wo er unter Jupp Heynckes als Co-Trainer Teil des Teams war, das 2013 das historische Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions-League-Sieg gewann.
Angaben zu Tod und Krankheit
Hermann starb am Samstag, wie Bayer Leverkusen unter Berufung auf seine Familie mitteilte. Er litt an einer nicht heilbaren Erkrankung des motorischen Nervensystems. Sein früherer Klub kündigte für das Heimspiel gegen RB Leipzig eine Schweigeminute und das Tragen eines Trauerflors an. Geschäftsführer Sport Simon Rolfes würdigte Hermanns Einsatz für Spieler und Verein und hob seine verlässliche, herzliche Art hervor.
Stationen in ganz Fußball-Deutschland
Im Laufe seiner Trainerkarriere war Hermann an zahlreichen Standorten tätig: in Leverkusen, Dortmund, Gelsenkirchen, Hamburg, München und Düsseldorf, zudem am Sitz des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt am Main, wo er als Co-Trainer für Junioren-Teams arbeitete. Der DFB betonte, Hermann habe den Fußball in Deutschland geprägt, ohne im Rampenlicht stehen zu wollen, und sei wegen seiner Kompetenz und Loyalität hochgeschätzt worden.
Vom Profi zum Co-Trainer und Karriereende beim BVB
Als Spieler war Hermann selbst Profi, unter anderem bei Bayer Leverkusen und dem Hamburger SV, bevor er Ende der 1980er Jahre in den Trainerbereich wechselte. Seine lange Laufbahn als Co-Trainer endete 2022 bei Borussia Dortmund. Dort wird er als verlässlicher, bodenständiger Fußballlehrer erinnert, der mit seiner Art das Umfeld prägte.
Persönliche Worte von Niko Kovac
Niko Kovac schilderte, er habe vor wenigen Monaten noch versucht, mit Hermann zu sprechen, was aufgrund der Schwere der Krankheit nicht mehr möglich gewesen sei. Eine Angehörige habe ihm am Telefon die Situation erläutert. Der BVB-Trainer sprach von tiefer Traurigkeit über den Verlust, den nicht nur er empfindet.
Eine prägende Figur im Hintergrund
Der Tod von Peter Hermann bewegt viele Menschen im deutschen Fußball, weil er über Jahrzehnte zu den prägenden, aber selten sichtbaren Figuren des Profibetriebs gehörte. Seine Rolle als Co-Trainer bei Traditionsvereinen wie Bayer Leverkusen, Bayern München oder Borussia Dortmund steht exemplarisch für jene Fachleute, die taktische Arbeit, individuelle Förderung und Atmosphäre im Team entscheidend mitgestalten, ohne selbst im Mittelpunkt zu stehen. Der Hinweis auf seine charakterliche Integrität und Bodenständigkeit zeigt, wie sehr Persönlichkeitsprofil und Fachkompetenz zusammenwirkten.
Strukturwandel im Profifußball und Wert der Assistenztrainer
Hermanns Laufbahn fällt in eine Phase, in der sich der Profifußball stark professionalisiert und internationalisiert hat. In diesem Umfeld haben spezialisierte Co-Trainer, Analysten und Athletiktrainer an Bedeutung gewonnen. Dass Spieler und Funktionäre ihn als „Co-Trainer schlechthin“ beschreiben, verdeutlicht, wie hoch die Rolle eines Vertrauensmannes für Profis eingeschätzt wird. Hermann stand für Kontinuität und Identifikation: In Leverkusen war er über fast drei Jahrzehnte hinweg eine feste Größe, bei Bayern war er Teil des historischen Triple-Erfolgs 2013, und beim BVB markierte sein Abschied 2022 das Ende einer langen Karriere.
Emotionale Reaktionen und Bedeutung für Fans
Die sichtbare Betroffenheit von Trainern und Funktionären unterstreicht, wie nah persönliche Schicksale und öffentlicher Hochleistungsbetrieb im Fußball beieinander liegen. Schweigeminute und Trauerflor beim Heimspiel von Bayer Leverkusen gegen RB Leipzig geben Fans und Klub die Möglichkeit, gemeinsam Abschied zu nehmen. Für viele Anhänger steht Hermann für Verlässlichkeit, Nähe zu den Spielern und einen bodenständigen Zugang zum Spiel. Der Verlust eines solchen Typus Trainer macht zugleich bewusst, wie wichtig langfristige Bindungen und menschliche Konstanten für Vereine in einem von Transfers und schnellen Trainerwechseln geprägten Umfeld sind.
