Arbeitsmarkt

DGB kritisiert Verzögerung bei StÀrkung der Tarifbindung

04.02.2026 - 08:21:19 | dts-nachrichtenagentur.de

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) wirft der CDU-gefĂŒhrten Bundesregierung vor, die StĂ€rkung der Tarifbindung in Deutschland zu verzögern.

DGB (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
DGB (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Am Mittwoch sollte im Bundeskabinett eigentlich der nationale Aktionsplan zur Förderung von Tarifverhandlungen beschlossen werden: "Das wurde zum nunmehr vierten Mal auf DrÀngen von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) von der Tagesordnung genommen", sagte DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell dem "Tagesspiegel". Das sei ein Skandal.

Die EU-Mindestlohn-Richtlinie verpflichtet LĂ€nder mit einer Tarifbindung unterhalb von 80 Prozent, einen solchen Plan bei der EU-Kommission vorzulegen. Da die Abgabefrist im November abgelaufen ist, riskiert die Bundesregierung aus Sicht des DGB die Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens. Über die Folgen daraus entscheide die EU-Kommission. "Reiche muss ihren Widerstand endlich aufgeben und die Bundesregierung den Plan so schnell wie möglich auf den Weg bringen", sagte Körzell.

Die Zahl der tarifgebundenen Betriebe und BeschĂ€ftigten, fĂŒr die ein Tarifvertrag gilt, nimmt seit Jahren ab. Immer weniger Arbeitgeber in Deutschland binden sich daran. FrĂŒher waren drei von vier ArbeitsplĂ€tzen tarifgebunden; heute ist es nur noch jeder zweite. Laut DGB liegen in puncto Tarifbindung 18 EU-LĂ€nder unterhalb der 80-Prozent-Marke. Neun davon hĂ€tten den Aktionsplan schon verabschiedet.

Ein Instrument fĂŒr eine StĂ€rkung der Tarifbindung ist die EinfĂŒhrung eines Bundestariftreuegesetzes. Arbeitsministerin BĂ€rbel Bas (SPD) hat es im Oktober in den Bundestag eingebracht. Die eigentlich fĂŒr Dezember 2025 vorgesehene Verabschiedung verzögert sich aber bis heute. Nach Informationen der Zeitung wird darĂŒber mittlerweile sogar auf Ebene der Fraktionsvorsitzenden von Union und SPD verhandelt.

Von CDU und CSU fordert Körzell, auch beim Tariftreuegesetz ihren Widerstand aufzugeben. "Die Union treibt jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf und macht VorschlĂ€ge, wie man Arbeitnehmer noch stĂ€rker belasten kann", sagte Körzell. "Das Tariftreuegesetz muss schnellstens vom Bundestag beschlossen werden." Aus seiner Sicht drĂ€ngt die Zeit, denn gerade durch das Sondervermögen Infrastruktur wĂŒrden aktuell viele öffentliche AuftrĂ€ge vergeben. "Die werden zum Teil zu Dumpinglöhnen abgearbeitet, das kann nicht sein", sagte Körzell.

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