Drogenbeauftragter will höhere Steuern auf Tabak und Alkohol
20.06.2026 - 00:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de
Die Gewinne entstĂŒnden beim Verkauf. Die Folgekosten landeten spĂ€ter bei allen, den Versicherten, Arbeitgebern, Familien, in den Kliniken und im Gesundheitssystem, so Streeck. Deshalb brauche es höhere Steuern auf Tabak und Alkohol nach dem Verursacherprinzip. Das sei keine Symbolpolitik, sondern faire PrĂ€vention.
Höhere Preise schĂŒtzten besonders junge Menschen vor dem Einstieg und helfen, langfristig Krankheitskosten zu senken, sagte Streeck. Ein Verlust von möglichen Steuereinnahmen dĂŒrfe kein Gegenargument sein, da ein Staat nicht darauf bauen dĂŒrfe, dass Menschen rauchen, trinken, krank werden und frĂŒher sterben.
Auch eine mögliche Verschiebung hin zu einem gröĂeren Schwarzmarkt sei kein Gegenargument. "NatĂŒrlich mĂŒssen wir den Schwarzmarkt ernst nehmen, aber wir dĂŒrfen nicht hinnehmen, dass ein Regelbruch zu einem Vetorecht wird. Gesundheit muss sich stĂ€rker lohnen als Krankheit. Das muss der politische Auftrag sein", so Streeck.
Auch Ărzte mahnen eine höhere Tabak- und Alkoholsteuer an. "Aus gesundheitspolitischer Sicht ist eine höhere Besteuerung von Tabak- und Nikotinprodukten richtig und notwendig", sagte Klaus Reinhardt, PrĂ€sident der BundesĂ€rztekammer, der Zeitung. "Rauchen bleibt eine der gröĂten vermeidbaren Gesundheitsgefahren."
Allein die Behandlung tabakbedingter Erkrankungen koste das Gesundheitswesen rund 30 Milliarden Euro im Jahr, sagte Reinhardt. Jeder Mensch, der nicht zu rauchen beginne oder rechtzeitig aufhöre, entlaste das Gesundheitssystem.
