Estland, MilitÀr

Estland fordert höhere Verteidigungsausgaben der Nato-Mitglieder

06.07.2026 - 07:46:34 | dts-nachrichtenagentur.de

Der estnische Premierminister Kristen Michal sieht die Zukunft der Ukraine nach wie vor in der EU und in der Nato.

Estland fordert höhere Verteidigungsausgaben der Nato-Mitglieder
Estland - Kristen Michal am 03.07.2026 06.07.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur
"Wo sollte die Ukraine denn hingehören? Die Ukraine will in die EuropÀische Union, die EU will sich erweitern", sagte Michal der "taz". "Mehr MÀrkte, mehr Menschen, mehr Chancen. Und wenn man nach den militÀrischen FÀhigkeiten fragt: Die Ukraine hat die fÀhigste Armee in ganz Europa."

Michal Ă€ußerte sich kurz vor dem Nato-Gipfel in Ankara. Gemeinsam mit den Staats- und Regierungschefs von Lettland und Litauen war Michal zudem am Freitag zu einem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz nach Berlin gereist.

Michal forderte die Mitgliedsstaaten der Nato auf, ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen. "Estland gibt mehr als 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Lettland tut dasselbe. Litauen ebenso, Polen auch", sagte Michal der "taz". "Aber es gibt immer noch LĂ€nder, die das nicht tun." Aus Sicht des estnischen Premierministers mĂŒsse der Ukraine signalisiert werden, dass man die UnterstĂŒtzung fortsetze, um Russland zurĂŒckzudrĂ€ngen. Bereits vor dem Gipfel war bekannt geworden, dass die europĂ€ischen Nato-Staaten und Kanada der Ukraine weitere MilitĂ€rhilfen in Milliardenhöhe zusagen wollen.

Zum Bedrohungslevel seitens Russland sagte Michal: "Hier geht es nicht nur um die baltischen Staaten. Es geht darum, ob Russland beschließen wird, die Nato und die EU anzugreifen. Das mĂŒssen wir also unmöglich machen." Man mĂŒsse vorbereitet sein. "Deshalb investieren wir in neue FĂ€higkeiten, zum Beispiel in die DrohnenkriegsfĂŒhrung und in Mittelstreckenraketen." Aber die Bedrohungsanalyse laute, dass derzeit keine akute militĂ€rische Bedrohung gegen die EU und die Nato bestehe. "Doch die Vorgehensweise Russlands und Putins hat sich nicht geĂ€ndert. FĂŒr ihn war der Zusammenbruch der Sowjetunion eine persönliche Beleidigung. Er will sie wiederherstellen, und das ist seine Mission. Er wird versuchen, alles zurĂŒckzugewinnen."

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