Ex-Verfassungsrichter warnt vor Pyrrhussieg bei AfD-Verbot
05.07.2025 - 16:05:16 | dts-nachrichtenagentur.de
Besser sei die Strategie, die AfD politisch zu schwĂ€chen. Dies sei nach wie vor möglich. Die Partei "hat schon jetzt keine ZuwĂ€chse mehr, weil der Eindruck entstanden ist, dass es die neue Bundesregierung bei der Begrenzung der Migration ernst meint", sagte Di Fabio. Wenn sich die schwarz-rote Koalition in weiteren Bereichen handlungsfĂ€hig zeige, könne das die Zustimmung zur AfD mindern. "Man muss keineswegs das AfD-Programm abschreiben, sondern mehr staatliche HandlungsfĂ€higkeit zeigen und auch eine klare Ansprache beherrschen", sagte Di Fabio. Er glaube, es gebe "erste Anzeichen dafĂŒr, dass das besser als zuvor gelingen könnte". Zudem zeigte der Ex-Bundesverfassungsrichter VerstĂ€ndnis fĂŒr Israels MilitĂ€rschlĂ€ge gegen den Iran. "Teheran bedroht seit langem die regionale StabilitĂ€t", sagte Di Fabio dem "Handelsblatt". Es habe mit seinen "Terrortruppen" nicht nur einen dichten "Umklammerungsring" um Israel gelegt, sondern auch LĂ€nder wie Saudi-Arabien zumindest latent bedroht. "Die Atombombe in der Hand einer solch aggressiven Macht wĂ€re brandgefĂ€hrlich", warnte Di Fabio. Er sieht zudem die Tendenz, dass solche LuftschlĂ€ge zum Modell fĂŒr andere LĂ€nder werden könnten: "TatsĂ€chlich ist das Völkerrecht ein (auch) aus der Praxis lernendes Recht", erklĂ€rte der ehemalige Verfassungsrichter. "Das heiĂt, es verĂ€ndert sich in bestimmten FĂ€llen durch Fakten, die die Politik schafft." Die Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Israel erledige die "Drecksarbeit" fĂŒr uns alle, verteidigte Di Fabio: "Mit der SchwĂ€chung des Irans ist dem Friedensinteresse vieler Völker, auch dem iranischen Volk selbst, ein Dienst erwiesen worden." Bei aller Skepsis, was die Möglichkeiten zur rein militĂ€rischen Befriedung des Nahen Ostens angehe, so deute doch einiges auf die "Verbesserung" der strategischen Situation hin. "Wir kommen nicht darum herum, deutlicher unsere Interessen zu erkennen und zu schauen, mit wem wir in welcher Form unsere Werte durchsetzen", forderte der Jurist. "Zu der Wortwahl hĂ€tte ich womöglich nicht geraten", sagte Di Fabio dem "Handelsblatt". "Aber vielleicht ist die bis dato gepflegte diplomatisch verbrĂ€mte Art der Problembeschreibung auch ein Grund fĂŒr die Entfremdung von Politik und WĂ€hlern."
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