Terroralarm: VerdÀchtiger war am Kölner Dom
28.12.2023 - 15:50:31 | dpa.deDer im Zusammenhang mit dem Terroralarm im niederrheinischen Wesel festgesetzte 30-jĂ€hrige Tadschike steht im Verdacht, den Kölner Dom ausgespĂ€ht zu haben. «Man weiĂ, dass er vor Ort war», hieĂ es aus Sicherheitskreisen. Bei dem anderen Ziel der Gruppe, zu der der 30-JĂ€hrige in Verbindung gebracht wird, soll es sich um den Stephansdom in Wien handeln.
Die Sicherheitskreise vermuten, dass es sich bei der Gruppe um eine Terrorzelle des Islamischen Staats handeln könnte, genauer seines regionalen Ablegers «Provinz Khorasan» (ISPK), der in Afghanistan in Konkurrenz zu den islamistischen Taliban steht. Zuvor hatte der «Kölner Stadt-Anzeiger» entsprechend berichtet.
Dass der in Gewahrsam genommene 30-JĂ€hrige auch Kontaktmann zu einer im Juli festgenommenen mutmaĂlichen Terrorzelle des IS gewesen sein soll, wie die Kölner Zeitung berichtet, bestĂ€tigten die Sicherheitskreise zunĂ€chst nicht. FĂŒr die Sicherheitsbehörden in Nordrhein-Westfalen sei der 30-JĂ€hrige ein unbeschriebenes Blatt gewesen. «Er war uns nicht bekannt», hieĂ es.
Anschlag auf Kölner Dom an Silvester?
Die Polizei hatte in Wesel an Heiligabend eine Wohnung mit Spezialeinheiten durchsucht und fĂŒnf MĂ€nner in Gewahrsam genommen. WĂ€hrend vier von ihnen wieder auf freien FuĂ gekommen seien, nahmen die EinsatzkrĂ€fte den 30 Jahre alten Tadschiken «zur Gefahrenabwehr in Gewahrsam». Das Verwaltungsgericht in Oberhausen bestĂ€tigte den bis 7. Januar verhĂ€ngte Langzeitgewahrsam fĂŒr den 30-JĂ€hrigen als zulĂ€ssig.
Die Sicherheitsbehörden hatten Hinweise auf einen möglichen Anschlagsplan einer islamistischen Gruppe erhalten, die sich auf Silvester bezogen. In Ăsterreich waren bei Ermittlungen gegen ein islamistisches Netzwerk vier Personen festgenommen worden.
Mehrere Festnahmen in der Vergangenheit
Bereits im vergangenen Juli hatte die Bundesanwaltschaft in Nordrhein-Westfalen eine mutmaĂliche islamistische Terrorzelle aufgedeckt und sieben VerdĂ€chtige festnehmen lassen. Den ebenfalls vor allem aus Tadschikistan stammenden MĂ€nnern wird vorgeworfen, in Deutschland AnschlĂ€ge geplant und die Terror-Organisation Islamischer Staat unterstĂŒtzt zu haben. Sie sollen ebenfalls Mitglieder des IS-Ablegers «Islamischer Staat Provinz Khorasan» (ISPK) sein.
Bereits 2019 hatten tadschikische IS-Terroristen in Neuss bei DĂŒsseldorf geplant, einen Islamkritiker zu ermorden. Weil einige von ihnen von der Polizei schon lĂ€nger ĂŒberwacht worden waren, konnten SpezialkrĂ€fte den Mordanschlag verhindern.
Das Oberlandesgericht DĂŒsseldorf hatte fĂŒnf MĂ€nner aus Tadschikistan 2022 zu GefĂ€ngnisstrafen zwischen knapp vier und neuneinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Tadschiken waren 2015 nach Deutschland gekommen und hatten 2019 eine Terrorzelle des IS gegrĂŒndet. Der Bundesgerichtshof hatte ihre Verurteilung in diesem Jahr bestĂ€tigt.
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