Russland, LGBT-Bewegung

Russland verbietet internationale LGBT-Bewegung

30.11.2023 - 16:46:47 | dts-nachrichtenagentur.de

Der Oberste Gericht Russlands hat auf Antrag des Innenministeriums die "internationale LGBT-Bewegung" als extremistische Organisation ausgewiesen und ihre AktivitÀten verboten.

Regenbogen-Fahne (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Das berichtet die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass. Zum Zeitpunkt des Antrags des Innenministeriums gab es keine Organisation unter dem Namen, in der vierstĂŒndigen Sitzung konnten sich keine Angeklagten Ă€ußern.

Welche AktivitĂ€ten und Personen damit betroffen sind, ist unklar. Das Urteil sei "ein Versuch, jegliche LGBTI-Organisation zu unterbinden und LGBTI-Personen im Allgemeinen sowie diejenigen, die sie unterstĂŒtzen, in Angst vor Strafverfolgung und Inhaftierung zu versetzen", so die Interessensgruppe ILGA Europe. "Dieses Verbot ist in unserer Region beispiellos und verbietet Organisationen und Einzelpersonen, die bereits seit 2013 harten staatlichen Angriffen standgehalten haben." LSBTQIA oder Ă€hnliche Zusammensetzungen dienen als AbkĂŒrzung fĂŒr Lesben, Schwule, Bi- und Asexuelle, trans-, intergeschlechtliche und queere Menschen. HĂ€ufig wird durch ein Pluszeichen oder einen Asterisk deutlich gemacht, dass damit auch weitere Selbstbezeichnungen inkludiert sind. Im jĂ€hrlich erscheinenden Index "Rainbow Europe" stuft ILGA Europe Russland bislang bei acht Prozent ein, wobei der Organisation zufolge bei 100 Prozent die vollstĂ€ndige Gleichstellung von LSBTI erreicht wĂ€re. Deutschland kommt auf einen Wert von 55 Prozent.

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