Feuerwehrverband: Höhere Strafen bei WaldbrÀnden kein Allheilmittel
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur.deDie Ursache eines groĂen Waldbrandes mit Sicherheit festzustellen, sei bei so groĂen FlĂ€chen ohnehin nur sehr schwer möglich, so Banse. Auch Verbote sieht er skeptisch. Theoretisch sei es möglich, bei groĂer Waldbrandgefahr behördlich zu untersagen, dass bestimmte Gebiete betreten werden dĂŒrften. "Aber es lĂ€sst sich in der Praxis kaum durchsetzen", sagte er. "Man kann einen Wald nicht absperren oder einzĂ€unen." Die Polizei könne auch nicht durch einen Wald patrouillieren, um das zu kontrollieren.
Der VerbandsprĂ€sident mahnte stattdessen, man mĂŒsse prĂ€ventiv mehr tun. Wichtig wĂ€re es, die Menschen stĂ€rker dafĂŒr zu sensibilisieren, wie gefĂ€hrlich bestimmtes Verhalten im Wald sein kann - zum Beispiel in den Nachrichten, in Schulen oder ĂŒber soziale Medien. Lagerfeuer, illegales Grillen oder weggeworfene Zigaretten etwa könnten groĂe Feuer auslösen. Auch die Ausbildung bei der Feuerwehr mĂŒsse sich Ă€ndern, und die BekĂ€mpfung von WaldbrĂ€nden mĂŒsse mehr trainiert werden.
Hilfreich sei dabei, mehr mit Feuerwehren in SĂŒdeuropa zu kooperieren, die viel Erfahrung mit groĂen WaldbrĂ€nden hĂ€tten. "Von denen können wir viel lernen zu Löschtechniken, aber auch zu baurechtlichen Vorschriften rund um WĂ€lder herum", sagte Banse. Deutschland sollte auĂerdem die BrandbekĂ€mpfung aus der Luft ausbauen, forderte er. "Da haben wir noch Nachholbedarf."
Der Deutsche Richterbund hĂ€lt höhere Strafen fĂŒr Brandstiftung in WĂ€ldern fĂŒr unnötig. "Das Strafrecht sieht bereits heute empfindliche Strafen fĂŒr Brandstifter vor", sagte BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Sven Rebehn dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".
Die Justiz habe bereits "hinreichend Spielraum, um auch schwerste FĂ€lle von Brandstiftung angemessen bestrafen zu können", sagte Rebehn. "Ohnehin ist es nicht das gesetzliche StrafmaĂ, das mögliche StraftĂ€ter primĂ€r abschreckt, sondern das Risiko, rasch ĂŒberfĂŒhrt und zĂŒgig verurteilt zu werden." Wer hier Fortschritte bewirken und Strafverfolgung beschleunigen wolle, mĂŒsse zuallererst die chronisch ĂŒberlasteten Staatsanwaltschaften und Strafgerichte personell verstĂ€rken.
Ferner argumentierte er, der Ruf nach GesetzesverschĂ€rfungen erscheine verfrĂŒht, solange die Ursachen und UmstĂ€nde der BrĂ€nde nicht aufgeklĂ€rt seien.
