Ifo-Institut, Folgen

Ifo-Institut warnt vor wirtschaftlichen Folgen von AfD-Programm

19.01.2024 - 16:29:29 | dts-nachrichtenagentur.de

Der PrĂ€sident des MĂŒnchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, hat vor den wirtschaftlichen Folgen einer stĂ€rker werdenden AfD gewarnt.

Logo vor AfD-Parteitag (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Die programmatische Vorstellung der AfD, aus der EuropĂ€ischen Union auszutreten, halte ich fĂŒr hochproblematisch", sagte der Ökonom der "SĂŒddeutschen Zeitung" (Samstagausgaben). "Nationalismus und Abschottung treffen das Herz des deutschen GeschĂ€ftsmodells, solche Forderungen sind wirtschaftspolitischer Unsinn." Auch das VerhĂ€ltnis der in Teilen rechtsextremen Partei zu Russland halte er fĂŒr gefĂ€hrlich fĂŒr den Wirtschaftsstandort Deutschland.

"Die AfD ist in weiten Teilen Putin-freundlich", so Fuest. "Das widerspricht deutschen Interessen fundamental." FĂŒr Deutschland könne dies zu einem großen Problem werden. "Die Vorstellung, dass eine solche Partei Einfluss auf die deutsche Außenpolitik haben könnte, schreckt natĂŒrlich auch auslĂ€ndische Investoren ab." Wenn es das Ziel sei, FachkrĂ€fte anzuziehen, "dann wĂ€re es kontraproduktiv, wenn wir auslĂ€nderfeindlichen Parteien zu mehr Macht verhelfen", so Fuest. Auch auslĂ€ndische Investoren wĂŒrden "sich ĂŒberlegen, ob sie da noch eigene Mitarbeiter ĂŒberzeugen können, nach Deutschland umzuziehen". Auch der Chef des Energietechnikkonzerns Siemens Energy, Christian Bruch, ĂŒbte heftige Kritik an dem Treffen in Potsdam, bei dem laut "Correctiv" Politiker der AfD und Mitglieder der "Werteunion" mit Aktivisten der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften "IdentitĂ€ren Bewegung" millionenfache Vertreibungen nach rassistischen Kriterien besprochen haben sollen. "PlĂ€ne und Gedankengut wie diese sind nicht nur in höchstem Maße unanstĂ€ndig, sondern gefĂ€hrden auch die Grundlagen eines friedlichen Miteinanders und unseren Wohlstand", erklĂ€rte Bruch. Er warb fĂŒr eine klare Positionierung: Die Strategie, "mit sprachlichen Verharmlosungen fĂŒr ProtestwĂ€hler attraktiv zu werden, muss angesprochen werden". Auf die Frage, ob er im Falle grĂ¶ĂŸerer Wahlerfolge der AfD einen RĂŒckzug internationaler Investoren aus Deutschland befĂŒrchte, sagte der Vorstandsvorsitzende des Dax-Konzerns, Investoren wollten "gute wirtschaftliche Randbedingungen sehen und fĂŒr mich sind diese mit Offenheit und Toleranz in einer Gesellschaft zwingend verbunden".

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