Iran, USA

Ölpreis schießt über Marke von 100 US-Dollar

09.03.2026 - 00:03:00 | dpa.de

Der Preis für Brent-Öl springt drastisch nach oben. Beim Iran-Krieg ist kein Ende in Sicht. Der Transit von Öl und Gas durch die wichtige Straße von Hormus liegt praktisch still. Die Börsen reagieren.

  • Kaum Schiffe passieren zurzeit die Straße von Hormus. (Archivbild) - Foto: -/Nasa/dpa
  • Zurzeit passieren kaum Schiffe die Straße von Hormus. (Archivbild) - Foto: -/Nasa/dpa
Kaum Schiffe passieren zurzeit die Straße von Hormus. (Archivbild) - Foto: -/Nasa/dpa Zurzeit passieren kaum Schiffe die Straße von Hormus. (Archivbild) - Foto: -/Nasa/dpa

Der Ölpreis ist infolge des Iran-Kriegs erstmals seit Jahren wieder über die Marke von 100 US-Dollar gestiegen. Der Preis für die in Europa maßgebliche Nordseesorte Brent stieg im frühen Handel zeitweise um rund 20 Prozent auf 111 US-Dollar je Barrel (159 Liter). 

Am Freitagnachmittag war Brent-Rohöl zur Lieferung im Mai noch mit über 90 Dollar gehandelt worden. Seit Kriegsbeginn vor etwas mehr als einer Woche beläuft sich der Preisanstieg inzwischen auf rund 50 Prozent: Ende Februar waren noch um die 70 Dollar pro Barrel üblich. Auch die Spritpreise sind seither deutlich angestiegen. 

Im frühen Handel in Chicago sprang auch die in den USA bestimmende Sorte West Texas Intermediate (WTI) über die Marke von 100 Dollar - ein Preisniveau, das es zuletzt 2022 gegeben hatte. Zeitweise stieg der Preis sogar auf 113 Dollar pro Barrel. 

Börsen in Asien brechen nach Ölpreisanstieg ein

Die Börsen in Ostasien brachen angesichts des rasanten Anstiegs der Ölpreise am Morgen ein. In Tokio stürzte der Nikkei-Index für 225 führende Werte im frühen Handel (Ortszeit) zeitweise um rund 7 Prozent bis unter die Marke von 52.000 Zählern. Hohe Verluste verzeichnete auch die Börse in Südkorea. In Seoul sank der KOSPI zeitweise um rund 8 Prozent auf einen Stand von 5.132 Zählern. Die ostasiatischen Volkswirtschaften sind besonders auf den Import von Öl angewiesen. 

Die Angst vor einer längeren Sperrung der Straße von Hormus bleibt ein bestimmendes Thema auf dem Ölmarkt. Seit den amerikanisch-israelischen Attacken auf den Iran und den iranischen Gegenangriffen passieren kaum noch Schiffe die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Durch diese wird in Friedenszeiten täglich rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels transportiert. Sie ist auch sehr wichtig für den Transport von Flüssiggas, etwa aus Katar. 

Trump: Geringer Preis für Sicherheit und Frieden

US-Präsident Donald Trump, für den steigende Spritpreise mit Blick auf die wichtigen Zwischenwahlen im Herbst und die Lebenshaltungskosten seiner Wählerschaft zum Problem werden könnten, versuchte, den Fokus auf die langfristige Entwicklung zu lenken: «Die kurzzeitigen Ölpreise, die nach der Beseitigung der nuklearen Bedrohung durch den Iran rapide sinken werden, sind ein sehr geringer Preis für die Sicherheit und den Frieden der USA und der Welt», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social - und fügte dann in Großbuchstaben hinzu: «NUR IDIOTEN WÜRDEN DAS ANDERS SEHEN!»

Katars Energieminister warnt

Ende vergangener Woche hatte Katars Energieminister Saad al-Kaabi in einem Interview der «Financial Times» vor schwerwiegenden Folgen des Kriegs im Nahen Osten für Lieferungen von Energierohstoffen aus der Region gewarnt. Es sei zu befürchten, dass alle Förderstaaten am Persischen Golf ihre Produktion innerhalb weniger Wochen einstellen könnten. Dann wäre nach Worten des Ministers ein Anstieg des Ölpreises bis auf 150 US-Dollar möglich. 

Aufgrund der faktischen Blockade der Meerenge von Hormus gehen den Produzenten am Persischen Golf teils die Lagerkapazitäten aus. Kuwait hat seine Produktion Medienberichten zufolge bereits gedrosselt.

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