UniversitÀt Magdeburg, internationale Studierende

Uni Magdeburg: 5.500 internationale Studierende bleiben willkommen

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 01:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der Rektor der Otto-von-Guericke-UniversitĂ€t Magdeburg sieht bislang keine Absagen internationaler Bewerber wegen des AfD-Wahlerfolgs. Zugleich will die Hochschule mögliche Anfeindungen außerhalb des Campus aufmerksam beobachten.

Uni Magdeburg: Internationale Studierende kommen trotz AfD-Wahlsieg
Studenten in einer Bibliothek (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der Rektor der Otto-von-Guericke-UniversitĂ€t Magdeburg, Jens Strackeljan, sieht bislang keine Anzeichen dafĂŒr, dass internationale Studierende oder Wissenschaftler wegen des Wahlerfolgs der AfD Sachsen-Anhalt meiden. Nach seinen Angaben verzeichnet die UniversitĂ€t zum Wintersemester vielmehr einen Zuwachs an internationalen Studierenden.

In jĂŒngsten BerufungsgesprĂ€chen habe er keine Absage wegen des Wahlergebnisses erlebt, sagte Strackeljan den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Einige Bewerber hĂ€tten erklĂ€rt, sie wollten gerade jetzt zur positiven Entwicklung Sachsen-Anhalts beitragen.

UniversitĂ€t beobachtet Umgang außerhalb des Campus

Gleichzeitig will die UniversitĂ€t den Umgang mit internationalen Studierenden und BeschĂ€ftigten im öffentlichen Raum genau beobachten. Strackeljan nannte mögliche verbale Angriffe oder Anfeindungen im Bus, in öffentlichen Einrichtungen, beim Sport oder beim Fußball.

Außerhalb des Campus könne die UniversitĂ€t keine Sicherheitsgarantie geben, erklĂ€rte der Rektor. Sie könne jedoch aufmerksam sein, hinschauen und reagieren.

5.500 internationale Studierende

Die Hochschule mĂŒsse ihren internationalen Studierenden deutlich machen, dass sie weiterhin willkommen seien. Die politischen Rahmenbedingungen hĂ€tten sich möglicherweise verĂ€ndert, die Botschaft bleibe aber: „kommt nach Sachsen-Anhalt, ihr seid willkommen.“

FĂŒr Sachsen-Anhalt gehe es dabei auch um wirtschaftliche Interessen. An der UniversitĂ€t studieren laut Strackeljan rund 5.500 internationale Studierende; ohne sie wĂŒrden dem Land FachkrĂ€fte, Wissen und Ideen fehlen.

Internationale GrĂŒndungsvorhaben

Der Rektor verwies zudem auf rund 40 begleitete GrĂŒndungsvorhaben, von denen viele international geprĂ€gt seien. Es wĂ€re töricht, diesen Menschen die TĂŒr zuzuschlagen, sagte Strackeljan.

Die Aussage des Magdeburger Rektors verbindet zwei Ebenen: die unmittelbare Wahrnehmung an der UniversitĂ€t und die lĂ€ngerfristige Frage, wie Sachsen-Anhalt internationale Talente gewinnt und hĂ€lt. Nach Angaben der UniversitĂ€t studieren dort rund 5.500 Menschen aus dem Ausland. Damit bilden internationale Studierende nicht nur eine akademische Gruppe, sondern auch ein wichtiges Potenzial fĂŒr regionale ArbeitsmĂ€rkte, Forschung und UnternehmensgrĂŒndungen.

FĂŒr Hochschulen hĂ€ngt die internationale AttraktivitĂ€t nicht allein von Studienangeboten und Forschungsbedingungen ab. Entscheidend sind ebenso Alltagserfahrungen, Verwaltungszugang, Wohnraum, soziale Teilhabe und das SicherheitsgefĂŒhl außerhalb des Campus. Der von Strackeljan beschriebene Bereich – vom öffentlichen Nahverkehr bis zum Sport – liegt teilweise außerhalb unmittelbarer universitĂ€rer Kontrolle, beeinflusst aber die Wahrnehmung des gesamten Standorts.

FachkrÀfte und politisches Signal

Sachsen-Anhalt steht wie andere ostdeutsche LĂ€nder vor dem Problem, FachkrĂ€fte fĂŒr Unternehmen, Wissenschaft und öffentliche Einrichtungen zu gewinnen. Internationale Studierende können dabei eine BrĂŒcke bilden, wenn sie nach dem Abschluss bleiben, beruflich Fuß fassen oder eigene Vorhaben grĂŒnden. Die von der UniversitĂ€t genannten rund 40 begleiteten GrĂŒndungsvorhaben verdeutlichen diese Verbindung von Internationalisierung und regionaler Wirtschaft.

Der AfD-Wahlsieg erhöht deshalb den Druck auf Hochschulen und Kommunen, Willkommenskultur nicht nur zu formulieren, sondern im Alltag sichtbar zu machen. Ob internationale Studierende und Wissenschaftler dauerhaft bleiben, wird neben politischen Botschaften auch daran gemessen werden, wie Institutionen auf Anfeindungen reagieren und ob sie verlĂ€ssliche UnterstĂŒtzung anbieten.

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