Nach Ja der LĂ€nder zum Staatsvertrag: Weiter Vorbehalte beim RBB
15.12.2023 - 18:26:51 | dpa.de"Der RBB prĂŒft intensiv und umfassend den seit gestern final vorliegenden Staatsvertrag", antwortete eine Sprecherin am Freitagabend in Berlin auf dpa-Anfrage. "Die PrĂŒfung ist noch nicht abgeschlossen." Am Donnerstag hatten die Landtage von Brandenburg und Berlin den neuen Staatsvertrag beschlossen. Die Neufassung ist eine Konsequenz aus der AffĂ€re um VorwĂŒrfe der Vetternwirtschaft und Verschwendung, in die der RBB im Sommer 2022 gestĂŒrzt war.
Intendantin Ulrike Demmer habe in den Ausschusssitzungen vier Kritikpunkte benannt, erlĂ€uterte die Sender-Sprecherin. "ZunĂ€chst die regionale, tĂ€gliche Auseinanderschaltung unseres Fernsehprogrammes mit einer Mindestdauer von 60 Minuten, die in unsere Programmautonomie eingreift und erhebliche Mittel bindet." AuĂerdem kritisiere der RBB, dass eine neue, unmittelbar fĂŒr das Programm verantwortliche FĂŒhrungsebene im Rahmen der sogenannten Landesangebote vom Rundfunkrat gewĂ€hlt werden solle, so der Sender.
"Kritisch sieht der RBB auĂerdem die in Anzahl und rĂ€umlicher Verortung vorgeschriebene Errichtung von RegionalbĂŒros, die einen Eingriff in die Organisationshoheit des RBB darstellt und ebenfalls erhebliche Mehrkosten nach sich zieht", so die Sprecherin. Zudem habe der Sender die Berichterstattung aus Westbrandenburg inzwischen gestĂ€rkt. Und schlieĂlich sehe der Staatsvertrag ein Direktorium vor, "in dem die Verteilung der Verantwortung trotz des unterdessen eingefĂŒgten Vetorechts der Intendantin weitgehend unklar ist".
