Produktion/Absatz, Arbeit

Neue US-Zölle: Stahlindustrie in EU warnt vor Stilllegungen

11.02.2025 - 16:14:08 | dpa.de

Der Verband der europĂ€ischen Stahlindustrie (Eurofer) sieht die angekĂŒndigten neuen US-Zölle als erhebliche Bedrohung fĂŒr die Produktion in der EU.

"Diese Maßnahme wird die ohnehin angespannte Lage der europĂ€ischen Stahlindustrie weiter verschĂ€rfen und das bereits kritische Marktumfeld noch schwieriger machen", teilte Eurofer-PrĂ€sident Henrik Adam in BrĂŒssel mit. Wenn die bisherigen Zoll-Regelungen wegfielen, könnten US-ExportgeschĂ€fte im Umfang von bis zu 3,7 Millionen Tonnen verloren gehen.

Die USA seien der zweitgrĂ¶ĂŸte Exportmarkt fĂŒr die europĂ€ischen Stahlproduzenten und hĂ€tten im vergangenen Jahr 16 Prozent der gesamten EU-Stahl-Exporte ausgemacht, ergĂ€nzte er. Der Verlust eines bedeutenden Teils dieser Exporte könne durch EU-Exporte in andere MĂ€rkte nicht ausgeglichen werden.

Verband befĂŒrchtet Umleitung von Handelsströmen

DarĂŒber hinaus besteht nach EinschĂ€tzung von Eurofer das Risiko, dass die US-Maßnahme signifikante Handelsströme in die EU umlenkt. "Im Jahr 2024 importierten die USA etwa 23 Millionen Tonnen Stahlprodukte aus DrittlĂ€ndern außerhalb der EU", erklĂ€rte Adam. "Diese Volumina könnten nun massiv auf den europĂ€ischen Markt umgelenkt werden."

Um die Konsequenzen abzufedern, fordert Eurofer eine schnelle EU-Reaktion. "Ohne eine sofortige VerschĂ€rfung des derzeitigen Schutzquoten-Regimes wird die durch die neuen US-Stahlzölle ausgelöste Umlenkung der Handelsströme zwangslĂ€ufig dazu fĂŒhren, dass EU-StahlkapazitĂ€ten weiter stillgelegt und letztlich geschlossen werden", warnt der Verband.

Allein 2024 habe die europĂ€ische Stahlindustrie KapazitĂ€ten von neun Millionen Tonnen stilllegen und mehr als 18.000 Stellenstreichungen ankĂŒndigen mĂŒssen. Die Anordnung von PrĂ€sident Trump, Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahlimporte in die Vereinigten Staaten auf den Weg zu bringen, werde die Situation zwangslĂ€ufig weiter verschĂ€rfen.

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