Ernährungspolitik, Gesundheit

Verbraucherschützer:innen unterstützen Pläne für Steuer auf Softdrinks

Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 16:41 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Der Vorschlag des Bundesfinanzministeriums zur Einführung einer Steuer auf zuckerreiche Getränke findet bei den Verbraucherzentralen offene Ohren.Ramona Pop vom Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) lobt den Ansatz, gerade auch Getränke mit künstlichen Süßstoffen nicht außen vorzulassen.

Verbraucherzentralen begrüßen Steuer auf zuckerhaltige Getränke
Coca-Cola in einem Supermarktregal (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Gesundheit oder nur mehr Steuern?

"Eine wirklich umfassende Präventionsstrategie gegen Übergewicht muss sämtliche Getränke berücksichtigen, denen Zucker oder eben auch Ersatzstoffe zugesetzt wurden", betonte Pop. Anders als oft befürchtet, sei das Ziel der Steuer nicht, Verbraucher:innen zu ärgern oder die Haushaltskasse zu füllen.

Wo fließt das Geld hin?

Die Einnahmen sollen - so die Hoffnung der Verbraucherschützer:innen - konsequent in vernünftige Projekte zur gesünderen Ernährung investiert werden. Denn: Eine Steuer allein zaubert keine besseren Essgewohnheiten.

Ein Mittel, das wirkt?

Interessanterweise heißt mehr Steuer nicht zwangsläufig höhere Preise im Regal. Hersteller könnten, so Pop, einfach weniger Zucker in die Flaschen tun. Der eigentliche Knackpunkt sei, die Lebensmittelindustrie zu gesünderen Rezepturen zu bewegen.

Wen trifft es alles?

Das nun vorgelegte Konzeptpapier des Finanzministeriums schlägt vor, nicht nur klassische Softdrinks, sondern auch viele trendige oder als "gesund" beworbene Getränkearten zu erfassen - beispielsweise Limonaden, Smoothies, Säfte und auch Drinks auf Getreidebasis.

Kernpunkte im Überblick

Verbraucherschützer sehen in der geplanten Zuckersteuer einen wichtigen Impuls für die öffentliche Gesundheit – vorausgesetzt, die Einnahmen werden gezielt für Prävention verwendet. Es wird betont, dass nicht allein zuckerhaltige, sondern auch mit Süßungsmitteln versetzte Getränke besteuert werden sollten, um Schlupflöcher zu verhindern.

Allerdings ist die Einführung nicht unumstritten: Hersteller befürchten Nachteile und warnen vor zu viel Regulierung. Ergänzend zu dem Gesagten zeigen aktuelle Medienberichte, dass einige Länder bereits positive Erfahrungen mit solchen Steuern vorweisen können – etwa Großbritannien, wo viele Produkte nach Einführung der Steuer einen deutlich geringeren Zuckergehalt aufweisen. Gleichzeitig fordern Fachleute, flankierende Maßnahmen wie Bildungsangebote nicht zu vergessen, um echte Verhaltensänderungen zu erreichen und mögliche soziale Ungleichheiten zu kompensieren.

  • Auf taz.de wurde kürzlich ausführlich diskutiert, wie die geplante Zuckersteuer insbesondere Kinder schützen und darüber hinaus für mehr Gerechtigkeit sorgen könnte. Allerdings wird auch auf Gegenargumente der Industrie verwiesen, die Belastungen für Unternehmen und mögliche Preissteigerungen für Verbraucher hervorheben (Quelle: taz).
  • Der Spiegel beleuchtet die internationale Lage und berichtet, dass ähnliche Steuern etwa in Mexiko und Großbritannien nachweislich zu einer Reduktion des Zuckergehalts bei Erfrischungsgetränken geführt haben. Gleichzeitig weist das Magazin auf die Notwendigkeit hin, sowohl Bildungsarbeit zu leisten als auch kontrolliert nachzusteuern, sollte die Steuer vor allem einkommensschwache Familien treffen (Quelle: Spiegel).
  • Die Süddeutsche Zeitung beschäftigt sich in einem aktuellen Beitrag mit der politischen Debatte rund um die Steuer: Manche Politiker sehen sie als wirksames Mittel der Prävention, andere als Eingriff in die Konsumfreiheit. Der Artikel hebt hervor, dass die Verwendung der Steuereinnahmen – also ob sie tatsächlich der Ernährungsprävention dienen – noch konkret verhandelt werden muss (Quelle: Süddeutsche Zeitung).
de | politik | 69999866 |