GIZ-Vorstand SchĂ€fer-GĂŒmbel verteidigt RĂŒckzug aus dem Jemen
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur.deZu den Veruntreuungen von Geldern in Millionenhöhe bei GIZ-Projekten im Jemen sagte der GIZ-Vorstandssprecher: "Der Jemen stellt fĂŒr uns eine Ausnahmesituation dar. In keinem anderen Land waren wir so lange in der sogenannten Fernsteuerung. Nach einem Terrorangriff 2013, bei dem drei GIZ-Mitarbeitende getötet wurden, mussten unsere internationalen Mitarbeitenden das Land verlassen." Er ergĂ€nzte: "Gegen kriminelles Handeln ist man unter solchen Bedingungen nicht hundertprozentig geschĂŒtzt. Wir hatten eine Betrugssituation, der wir sofort nachgegangen sind. Die Aufarbeitung ist noch nicht vollstĂ€ndig abgeschlossen."
Er fĂŒgte hinzu: "Wir haben nach den VorfĂ€llen im Jemen unser Regelwerk verschĂ€rft und Kontrollen intensiviert. Dazu gehört eine deutlich verschĂ€rfte RisikoeinschĂ€tzung. LĂ€nder, die roten und dunkelroten Risikokategorien zugeordnet sind, etwa Sudan und Afghanistan, werden jĂ€hrlich geprĂŒft. Das Personal rotiert hĂ€ufiger, damit keine problematischen Strukturen entstehen. Wir digitalisieren und fĂŒhren ein neues SAP-System weltweit ein, das uns deutlich weniger anfĂ€llig macht als in der Vergangenheit."
Die GIZ muss derweil sparen und schlieĂt dafĂŒr Standorte in Nordrhein-Westfalen und Bayern. SchĂ€fer-GĂŒmbel sagte: "Ende 2027 schlieĂen wir die Standorte Bonn-Kottenforst, wo unsere Akademie ist, und Feldafing in Bayern. Kleinere BĂŒros, etwa in DĂŒsseldorf, haben wir bereits geschlossen. Auch unser BĂŒro in Magdeburg wird schlieĂen."
Am Standort Bonn, wo auch die Vereinten Nationen ansĂ€ssig sind, halte man aber fest. "Die GIZ ist und bleibt mit Sitz in Bonn und Eschborn fest verankert. Die anderen Liegenschaften in Bonn behalten wir - und entwickeln den Standort Bonn weiter, ebenso wie Eschborn." SchĂ€fer-GĂŒmbel fĂŒgte hinzu: "Wir haben zudem auf Anfrage des AuswĂ€rtigen Amts entschieden, einen Teil der nach Bonn ziehenden Mitarbeitenden des Weltentwicklungsprogramms UNDP ĂŒbergangsweise in unseren GebĂ€uden unterzubringen. Der Mietvertrag beginnt im August."
