Wirtschaftsweiser fordert langfristig Rente mit 69
03.08.2025 - 14:17:50 | dpa.de"Auch wenn es unpopulĂ€r ist - wir mĂŒssen lĂ€nger arbeiten", sagte Werding der "Rheinischen Post". In den 1960er Jahren hĂ€tten die Menschen im Schnitt zehn Jahre lang Rente bezogen, heute liege die Dauer bei 20 Jahren. Hinzu komme, dass nun die Babyboomer in Ruhestand gingen, die zugleich aber zu wenig Kinder bekommen hĂ€tten.
Vorschlag: Rente mit 69 - aber erst in 45 Jahren
Bis 2031 steigt die Regelaltersgrenze in Deutschland auf 67 Jahre. "Danach darf nicht Schluss sein", betonte das Mitglied im SachverstĂ€ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. "Deutschland sollte das Rentenalter regelgebunden erhöhen - zwei Drittel der zusĂ€tzlichen Lebenszeit gehen in Arbeit und ein Drittel in den Ruhestand", schlug er vor. Das wĂŒrde bedeuten, dass alle zehn Jahre die Regelaltersgrenze um sechs Monate steige. "Ab 2050 gĂ€be es dann die Rente mit 68 Jahren, ab 2070 mit 69 Jahren", rechnete Werding vor.
Bundesarbeitsministerin BĂ€rbel Bas bezeichnete die Diskussion ĂŒber eine lĂ€ngere Lebensarbeitszeit als "Scheindebatte". Viele erreichten aus gesundheitlichen GrĂŒnden bereits das jetzige Renteneintrittsalter nicht. "FĂŒr diese Menschen wĂ€re das eine RentenkĂŒrzung", sagte die SPD-Vorsitzende dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Sie halte auch nichts davon, die vorgezogene Rente fĂŒr langjĂ€hrig Versicherte abzuschaffen. "Wer 45 Jahre geackert hat, fĂŒr den muss auch mal Schluss sein", sagte Bas.
Wegfall der Witwenrente?
Der Wirtschaftsweise Werding forderte ferner höhere AbschlĂ€ge, wenn jemand vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter Rente beziehen will. Die 3,6 Prozent Abschlag pro Jahr seien zu niedrig. "Versicherungsmathematisch korrekt wĂ€ren AbschlĂ€ge zwischen fĂŒnf und sieben Prozent", sagte Werding.
Auch die Witwenrente stellte Werding infrage. "Unter Anreizaspekten wĂ€re es gut, wenn die Witwenrente wegfĂ€llt. Frauen können heute fĂŒr sich selbst sorgen", sagte der Wissenschaftler. Allerdings brĂ€uchten solche Reformen viel Vorlauf, damit die Menschen sich darauf einstellen können.
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