Zentralrat, Muslime

Zentralrat der Muslime verurteilt Messerangriff am Mahnmal

24.02.2025 - 10:34:49 | dpa.de

Der Zentralrat der Muslime warnt nach der Attacke auf einen Touristen am Holocaust-Mahnmal in Berlin vor einer Spaltung. Juden und Muslime sollten sich nicht gegeneinander ausspielen lassen.

Die Staatswanwaltschaft geht von einer religiösen Motivation des mutmaßlichen TĂ€ters aus und spricht von einem Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt. - Foto: Ebrahim Noroozi/AP/dpa

Mit BestĂŒrzung hat der Zentralrat der Muslime auf den Messerangriff am Holocaust-Mahnmal in Berlin reagiert. «Ein solcher Angriff hat nichts mit der SolidaritĂ€t mit den PalĂ€stinensern zu tun», betonte der Verband. Gewalt gegen Unschuldige sei durch nichts zu rechtfertigen und widerspreche den Werten der Religionsgemeinschaft der Muslime. «Wer die legitimen Rechte der PalĂ€stinenser mit Antisemitismus vermischt, schadet der Sache und trĂ€gt zur Spaltung bei.»

Mit dem mutmaßlichen Ziel, Juden zu töten, soll ein 19-jĂ€hriger syrischer FlĂŒchtling im Stelenfeld des Holocaust-Mahnmals in Berlin einen spanischen Touristen mit einem Messer attackiert und dabei schwer verletzt haben. Der VerdĂ€chtige sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Er wurde am Freitag, wenige Stunden nach der Tat, mit blutverschmierten HĂ€nden im Umfeld der GedenkstĂ€tte festgenommen.

«Nach bisherigen Ermittlungen und dem aktuellen Kenntnisstand sollen ZusammenhĂ€nge mit dem Nahostkonflikt bestehen», teilte die Berliner Staatsanwaltschaft spĂ€ter mit. Das Mahnmal fĂŒr die ermordeten Juden in Europa erinnert in der historischen Mitte Berlins an die sechs Millionen Juden, die unter der Herrschaft der Nationalsozialisten ermordet wurden. 

Der Zentralrat der Muslime rief die Muslime in Deutschland und die jĂŒdischen Gemeinden auf, gemeinsam gegen Antisemitismus und antimuslimischen Rassismus aufzustehen. Er betonte: «Juden und Muslime dĂŒrfen sich nicht gegeneinander ausspielen lassen - unser gemeinsames Ziel ist eine Gesellschaft, in der jeder Mensch frei und ohne Angst leben kann.»

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