Deutlicher Europa-League-Fehlstart: TSG Hoffenheim verliert 0:2 bei OFI Kreta
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 20:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie TSG Hoffenheim ist mit einer deutlichen 0:2-Niederlage beim griechischen Außenseiter OFI Kreta in die Europa League gestartet und hat damit einen frühen Rückschlag im Kampf um das Weiterkommen erlitten.
Verdiente Pleite in Heraklion
Das Team von Trainer Christian Ilzer verlor das Gastspiel in Heraklion auf der Urlaubsinsel Kreta verdient mit 0:2 (0:1). Vor gut 20.000 Zuschauern erzielten Aitor Cantalapiedra in der 30. Minute und der eingewechselte Georgios Kanellopoulos in der 84. Minute die Tore für den Gastgeber. Hoffenheim fand nie zu der Form, mit der der Club in der Bundesliga zuletzt gegen Spitzenteams wie Borussia Dortmund und den VfB Stuttgart überzeugt hatte.
Hoffenheim verpasst frühe Führung
Zu Beginn der Partie hatte Hoffenheim mehr Ballbesitz und die ersten Chancen. Nach einer Viertelstunde zwang Verteidiger Ozan Kabak OFI-Torhüter Nikos Christogeorgos mit einem Kopfball zu einer Parade. Die Flanke kam von Patrick Wimmer, der ebenso wie Youngster Nathan de Cat neu in die Startelf rückte. Nicht von Beginn an dabei war dagegen Bambasé Conté, der zuletzt von Bundestrainer Jürgen Klopp für die deutsche Nationalmannschaft nominiert worden war.
Patzer vor dem 0:1
TSG-Torwart Oliver Baumann erlebte zunächst eine ruhige Anfangsphase, war beim Führungstor der Gastgeber jedoch ohne Abwehrchance. Verteidiger Albian Hajdari ließ sich von Kenan Kodro überlaufen, sodass dieser unbedrängt auf Aitor querlegen konnte. Der Offensivspieler traf zum 1:0, während Baumann alleine gelassen war.
Wechsel bringen keine Wende
Nach der Pause blieb Hoffenheim spielbestimmend, kam aber nur selten zu zwingenden Abschlüssen. Stattdessen hätte Taxiarchis Fountas in der 53. Minute beinahe das 2:0 für Kreta erzielt. Ilzer reagierte und brachte zur Halbzeit Innenverteidiger Koki Machida, später folgten Offensivkräfte wie Bambasé Conté und Andrej Kramaric. Im weiteren Verlauf kamen mit Adam Daghim und Fisnik Asllani zusätzliche Angreifer.
Spätes 0:2 besiegelt Fehlstart
Hoffenheim drängte den Gegner tief in dessen Hälfte und phasenweise in den eigenen Strafraum, ohne den Ausgleich zu schaffen. Kurz vor Schluss sorgte Joker Georgios Kanellopoulos mit dem 2:0 für die endgültige Entscheidung und besiegelte den Fehlstart der Kraichgauer in die Europa-League-Gruppenphase, in der noch Auswärtsreisen nach London, Brüssel und erneut nach Griechenland anstehen.
Überraschende Niederlage trotz Bundesliga-Form
Die 0:2-Niederlage der TSG Hoffenheim bei OFI Kreta fällt in eine Phase, in der der Bundesligist sportlich eigentlich im Aufwind ist. In der heimischen Liga hatte die Mannschaft zuletzt gegen Spitzenteams überzeugt und sich als Anwärter auf die internationalen Plätze präsentiert. Umso größer ist die Diskrepanz zwischen den starken Auftritten in Deutschland und dem blassen Bild auf europäischer Bühne, das nun Fragen nach der Stabilität und Anpassungsfähigkeit des Teams in unterschiedlichen Wettbewerben aufwirft.
Gruppenformat erhöht Druck nach Fehlstart
Der Europa-League-Gruppenmodus mit acht Spieltagen lässt zwar rechnerisch Spielraum für Korrekturen, psychologisch erhöht ein solcher Fehlstart jedoch den Druck erheblich. Mit weiteren Auswärtsaufgaben in London bei Crystal Palace, in Brüssel beim RSC Anderlecht und erneut in Griechenland bei Olympiakos Piräus trifft Hoffenheim auf Clubs, die im europäischen Geschäft erfahren sind und über anspruchsvolle Heimkulissen verfügen. Der verpatzte Auftakt auf Kreta kann die Ausgangsposition im Kampf um die K.o.-Phase deutlich erschweren, zumal direkte Vergleiche und Tordifferenzen in dieser Phase des Wettbewerbs eine größere Rolle spielen.
Signalwirkung für Klub und Bundesliga
Für Hoffenheim ist das Ergebnis mehr als nur ein verlorenes Spiel: Der Club hatte die Rückkehr nach Europa als wichtigen Schritt in seiner Entwicklung gesehen und sich zeitweise sogar in Reichweite der Champions League befunden. Die Niederlage gegen einen als Außenseiter eingestuften Gegner sendet ein Warnsignal, dass nationale Formkurven nicht automatisch auf internationale Aufgaben übertragbar sind. Für die Bundesliga insgesamt ist ein solches Resultat ebenfalls relevant, weil die europäischen Auftritte ihrer Vertreter Einfluss auf Wertigkeit, Koeffizienten und Wahrnehmung der Liga im internationalen Vergleich haben. Die kommenden Spiele werden damit auch zum Test, ob Hoffenheim aus diesem Rückschlag lernfähig und strategisch gereift hervorgeht.
