Deutsche Wirtschaft wächst im dritten Quartal um 0,2 Prozent
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 10:13 Uhr | dpa, AD HOC NEWSWirtschaft gewinnt trotz Sommerbelastungen
- Das Statistische Bundesamt meldete für das dritte Quartal 2026 ein BIP-Plus von 0,2 Prozent zum Vorquartal.
- Im ersten Quartal war die Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent und im zweiten um 0,3 Prozent gestiegen.
- Die Bundesregierung erwartet für 2026 ein Wachstum von 1,3 Prozent, das Ifo-Institut rechnet mit 1,4 Prozent.
Deutsche Wirtschaft legt im dritten Quartal zu
Die deutsche Wirtschaft ist trotz Belastungen durch den Iran-Krieg und das Niedrigwasser im Sommer überraschend gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt legte im dritten Quartal 2026 zum Vorquartal um 0,2 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Daten errechnete.
Konsum stützt die Entwicklung
Die Konsumausgaben legten nach Angaben der Statistiker leicht zu. Dagegen gingen die Investitionen zurück, während sich die Exporte von Waren «Made in Germany» zu Beginn der zweiten Jahreshälfte schwächer entwickelten.
«Die in der ersten Jahreshälfte noch sehr dynamische Entwicklung der Exporte schwächte sich im dritten Quartal 2026 merklich ab», stellte das Bundesamt fest. In den ersten beiden Quartalen war die deutsche Wirtschaft zum Vorquartal um 0,4 beziehungsweise 0,3 Prozent gewachsen.
Niedrigwasser bremst Industrie
Niedrige Pegelstände am Rhein behinderten die Binnenschifffahrt und belasteten Branchen wie Chemie und Stahl. Der befürchtete Rückgang der Wirtschaftsleistung im Sommer blieb dennoch aus.
Prognosen für das Jahresende
Für das vierte Quartal wird mit einem deutlichen Plus gerechnet. Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft verbesserte sich laut Ifo-Institut zuletzt den sechsten Monat in Folge.
Die Erwartungen an eine Belebung des Exportgeschäfts waren nach der jüngsten Erhebung der Münchner Forscher so gut wie seit Beginn des Krieges in der Ukraine im Februar 2022 nicht mehr. Für das Gesamtjahr hob die Bundesregierung ihre Prognose auf 1,3 Prozent Wachstum an; das Ifo-Institut erwartet ein Plus von 1,4 Prozent.
Ende der jahrelangen Flaute
2025 hatte das Bruttoinlandsprodukt nur um 0,2 Prozent zugelegt. In den beiden Jahren davor war die deutsche Wirtschaft geschrumpft.
Das Plus von 0,2 Prozent im dritten Quartal folgt auf zwei deutlich stärkere Quartale. Damit hat sich die deutsche Wirtschaft trotz mehrerer Belastungen weiter aus der jahrelangen Schwächephase herausgearbeitet. Die Entwicklung bleibt jedoch uneinheitlich: Während der private Konsum leicht zulegte, gingen Investitionen zurück und die Exporte verloren an Dynamik.
Besonders sichtbar wurde im Sommer die Abhängigkeit wichtiger Industriezweige von funktionierenden Verkehrswegen. Niedrige Pegelstände am Rhein erschwerten die Binnenschifffahrt und belasteten dadurch unter anderem Chemie- und Stahlunternehmen. Der Effekt bremste die Erholung, reichte aber nicht aus, um die Wirtschaftsleistung insgesamt ins Minus zu drücken.
Hoffnung auf stärkere Jahreshälfte
Für die kommenden Monate kommt es vor allem darauf an, ob sich die Exporterwartungen tatsächlich verbessern und die Investitionen wieder anziehen. Die bessere Stimmung in den Unternehmen spricht für mehr Zuversicht, ersetzt aber noch keine Aufträge und Produktion. Für Verbraucher bedeutet das Wachstum zunächst vor allem, dass ein weiterer Rückgang der Gesamtwirtschaft ausblieb; die Stärke des Aufschwungs hängt nun davon ab, ob sich die Erholung auf mehrere Nachfragebereiche verteilt.
