Deutschland Cup: Rankel startet mit B-Kader in Düsseldorf
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 14:52 Uhr | dpa, AD HOC NEWSRankels Auftakt mit verändertem Kader
- André Rankel betreut Deutschland beim Deutschland Cup erstmals als Bundestrainer.
- Das Turnier in Düsseldorf beginnt am Donnerstag gegen Österreich und endet am Sonntag.
- Mit Max Calce gehört ein 17 Jahre altes Talent zum Aufgebot.
Deutschland Cup startet mit Rankel und Russland-Streit
André Rankel beginnt beim Deutschland Cup in Düsseldorf seine Arbeit als neuer Bundestrainer der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft. Der Auftakt gegen Österreich steht am Donnerstag neben dem Streit über die mögliche Rückkehr russischer Teams und den Folgen für die Heim-WM 2027 im Mittelpunkt.
CAS-Urteil überschattet Neustart
Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat die Suspendierung russischer Mannschaften durch den Weltverband IIHF aufgehoben. Der IIHF-Rat tagt seit Montag über die Konsequenzen, ist aber bislang zu keinem Ergebnis gekommen.
Russland darf wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine seit 2022 nicht an IIHF-Turnieren teilnehmen. Die IIHF kritisierte die Entscheidung erneut und erklärte, die weitreichenden Folgen seien erheblich unterschätzt worden.
DEB wartet auf Entscheidung
Der Deutsche Eishockey-Bund wartet als Ausrichter der WM 2027 auf den Weltverband und die Politik. Die Bundesregierung bezeichnete die CAS-Entscheidung als sehr kritisch und will mögliche Folgen zeitnah mit dem DEB beraten.
Der Verband muss sich nach eigenen Angaben auch mit der Möglichkeit befassen, die Weltmeisterschaft zurückzugeben. Als mögliche Folgen einer russischen Teilnahme gelten höhere Sicherheitsanforderungen, finanzielle Risiken und ein möglicher Boykott durch andere Nationen.
Rankel setzt auf Auftreten
Rankel nominierte für den Deutschland Cup eine Auswahl, in der viele etablierte Spieler fehlen. Auf Akteure der Eisbären Berlin, Adler Mannheim und Kölner Haie verzichtete er bis auf drei Ausnahmen bewusst, weil diese Clubs noch in der Champions League aktiv sind.
Zum Aufgebot gehören unter anderem die 2023-Vizeweltmeister Leon Hüttl, Fabio Wagner und Wojciech Stachowiak sowie Tobi Rieder und Yasin Ehliz. Auch der 17 Jahre alte Mannheimer Max Calce ist dabei.
Ergebnis zunächst zweitrangig
Der Deutschland Cup mit Österreich, Lettland und der Slowakei läuft bis Sonntag. Rankel erklärte, für ihn seien zunächst das Auftreten und die Art und Weise des Spiels wichtiger als das Ergebnis.
deDas CAS-Urteil verändert die Rahmenbedingungen für die Eishockey-WM 2027 in Deutschland erheblich. Der Weltverband IIHF muss sich mit der Rückkehr russischer Nationalteams auseinandersetzen, während mehrere europäische Verbände angekündigt haben, nicht gegen Russland anzutreten. Damit geht es nicht nur um die sportliche Zusammensetzung des Turniers, sondern auch um Sicherheitsfragen, politische Vorgaben und die wirtschaftliche Planung des Gastgebers.
Für den DEB ist die Situation besonders heikel, weil Deutschland die WM gemeinsam mit mehreren Spielorten ausrichten soll. Eine Teilnahme Russlands könnte zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen und höhere Kosten erfordern. Zugleich drohen Einnahmeausfälle, falls Mannschaften Spiele boykottieren, Sponsoren aussteigen oder das Turnier in der geplanten Form nicht stattfindet.
Folgen für WM und Deutschland Cup
Der Deutschland Cup findet nun unter einem Thema statt, das weit über den laufenden Vier-Nationen-Wettbewerb hinausweist. Sportlich nutzt der neue Bundestrainer André Rankel das Turnier vor allem, um Abläufe, Einsatzbereitschaft und die Zusammenarbeit mit einem veränderten Kader zu testen. Für die deutsche Mannschaft bietet der Wettbewerb damit eine frühe Standortbestimmung, auch wenn die Aufmerksamkeit derzeit stark auf der WM-Organisation liegt.
Eine schnelle Entscheidung des IIHF könnte die Planung für Verbände, Gastgeber und Sponsoren erleichtern. Bleibt die Frage der russischen Teilnahme offen, muss der DEB parallel Sicherheits- und Finanzszenarien vorbereiten. Für das deutsche Eishockey steht deshalb neben dem sportlichen Neustart auch die Glaubwürdigkeit und Tragfähigkeit der Heim-WM auf dem Spiel.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
WDR: „Wegen Russland: Eishockey-WM 2027 vor dem Aus?“ (03.11.2026)
Der WDR habe die möglichen Folgen für die Austragung in Deutschland, angekündigte Boykotte und finanzielle Auswirkungen für Düsseldorf beschrieben. Anders als die dpa-Meldung, die den Deutschland Cup und den Kader in den Mittelpunkt stelle, konzentriere sich der Beitrag auf die Konsequenzen für Gastgeber, Stadt und Sponsoren.
Euronews: „Eishockey-WM 2027 in Deutschland auf der Kippe“ (04.11.2026)
Euronews habe die CAS-Entscheidung, die Reaktionen mehrerer Verbände und die Positionen von Sponsoren und EU-Institutionen zusammengefasst. Der Beitrag bestätige die politischen und wirtschaftlichen Konfliktlinien, während die dpa-Meldung stärker den Neustart der deutschen Nationalmannschaft unter André Rankel beleuchte.
Übereinstimmung besteht bei den Berichten über die weitreichenden Folgen der möglichen Rückkehr Russlands. Offen bleibt, wie der IIHF entscheidet, ob die WM in Deutschland wie geplant stattfindet und welche Konsequenzen dies für Teilnehmer und Gastgeber hat.
