Gesellschaft

Studie: Deutschland ist Spitzenreiter bei Sozialausgaben

24.11.2025 - 00:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Deutschland gibt mittlerweile mehr Geld fĂŒr die soziale Sicherung aus als die Gruppe der nordischen LĂ€nder DĂ€nemark, Schweden, Norwegen, Finnland und Island.

Rentenversicherung (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Rentenversicherung (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Das geht aus einer noch unveröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, ĂŒber die die "Rheinische Post" in ihrer Montagsausgabe berichtet. Demnach entfielen 41 Prozent der staatlichen Gesamtausgaben in Deutschland im Jahr 2023 auf Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung sowie soziale Leistungen wie das BĂŒrgergeld. In den nordischen LĂ€ndern lag die Quote dagegen bei insgesamt 40 Prozent.

Der Durchschnitt der EU-LĂ€nder liegt laut Studie bei 39 Prozent. In den Benelux-LĂ€ndern Belgien, Niederlande und Luxemburg seien es 38 Prozent. Das arbeitgebernahe Institut kommt mit seiner Studie unmittelbar vor Beginn der Haushaltswoche im Bundestag und vor wichtigen Koalitionsverhandlungen ĂŒber das Rentenpaket heraus. Am Dienstag wird Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) den Bundeshaushalt 2026 im Parlament verteidigen. Der Etat sieht eine Neuverschuldung von 98 Milliarden Euro im Kernhaushalt und eine zusĂ€tzliche Kreditaufnahme fĂŒr die Sonderetats fĂŒr Infrastruktur sowie fĂŒr die Bundeswehr in Ă€hnlicher Höhe vor, sodass sich eine Gesamtverschuldung von 180 Milliarden Euro ergibt. Anteilig am Bruttoinlandsprodukt liegen die nordischen LĂ€nder bei den Sozialausgaben allerdings noch knapp vor Deutschland (jeweils 20 Prozent), dem EU-Durchschnitt (19 Prozent), den Benelux-LĂ€ndern (18 Prozent). Seit der Coronakrise sei die deutsche Staatsquote insgesamt - das ist der Anteil der staatlichen Ausgaben an der Wirtschaftsleistung - stark gewachsen, so das Institut. "Mit 41 Prozent der Gesamtausgaben wendet Deutschland gegenwĂ€rtig mehr fĂŒr die soziale Sicherung auf als die Vergleichsgruppen, und somit insbesondere auch mehr als die fĂŒr ihre ausgeprĂ€gten Sozialsysteme bekannten nordischen LĂ€nder", heißt es in der Studie. "Knapp die HĂ€lfte dieser Mittel entfĂ€llt auf die Alterssicherung, womit Deutschland einen mittleren Platz einnimmt. Bei den Ausgaben fĂŒr das Gesundheitswesen liegt Deutschland mit 16 Prozent der Gesamtausgaben gemeinsam mit den Benelux- und den nordischen LĂ€ndern an der Spitze." FĂŒr Bildung gibt Deutschland hingegen nur 9,3 Prozent der Gesamtausgaben aus - fast die HĂ€lfte weniger als Österreich und die Schweiz, so die Studie. Bei öffentlichen Investitionen sei Deutschland mit 5,9 Prozent das Schlusslicht. Allerdings dĂŒrfte sich dies nun durch das Infrastruktur-Sondervermögen Ă€ndern. Bei den Ausgaben fĂŒr Gesundheit liegt Deutschland mit 16 Prozent der gesamten Ausgaben gemeinsam mit den Benelux- und den nordischen LĂ€ndern an der Spitze. Zugleich stiegen die Verwaltungsausgaben auf elf Prozent, ein internationaler Spitzenwert.

de | politik | 68381966 |